Leiden und sterben für die Kunst? – Glasgesichter gelesen als Ebook

Guten Tag Ihr Lieben,

in diesem Artikel findet Ihr die Rezension eines aktuellen Thrillers, der mir dankenswerterweise von Blogdeinbuch kostenfrei in der Ebookversion zur Verfügung gestellt wurde. Auf der genannten Webseite könnt Ihr, wenn Ihr über Bücher bloggen wollt, ebenfalls zu Rezensenten werden.Wenn Ihr das Buch online kaufen möchtet, geht das schnell und einfach auf der Homepage von Mira Taschenbuch. Unterschiedliche Fassungen des Thrillers sind auch bei Amazon verfügbar.

Ein Menschenleben ist zerbrechlich wie Glas. Das zeigen auch die zwölf Bilder des Malers Maximilian Ross, die von Todesangst verzerrte Gesichter auf Glas darstellen, überdeutlich. Wer sind die Menschen, zu denen diese Gesichter einmal gehört haben? Und warum mussten sie so nicht leiden?

Steckbrief des Buches
Autor: Cordula Hamann
Titel: Glasgesichter
Verlag: Mira Taschenbuch.

Auflage: 1., Aufl. (10. Oktober 2014)
ISBN Ebook: 978-3-95649-367-6
Ebook: 9,99€
ISBN Broschiert: 978-3-95649-072-9
Broschiert: 9,99€

Über die Autorin und das Buch

Cordula Hamann wurde 1959 geboren, lebt mit ihrer Familie in Hannover, arbeitet seit 2006 als Schriftstellerin und legte im Oktober 2014 mit Glasgesichter ihr Debüt als Thrillerautorin vor.

Zum Inhalt

Die Galeristin Andrea Wahrig braucht eine spektakuläre Ausstellung, um mit ihrem Unternehmen in der Berliner Kunstszene Fuß fassen zu können, und damit sie ihre Schulden begleichen kann. Im Werk des jungen Malers Maximilian Ross findet sie genau das spektakuläre Material, das sie für ihren Durchbruch als Galeristin benötigt. Vor allem die Glasbilder, die Gesichter von Männern, Frauen und Kindern im Todeskampf zeigen, sind spektakulär. In Form und Gestaltung gleichen sie historischen Kirchenfenstern, gäbe es eben diese exakt gezeichneten Gesichter nicht, die durch ihre realistische Darstellung, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen und fesseln. Vor einem Gespräch mit Maximilian Ross erhält Andrea Wahrig einen Brief, dessen Inhalt aus ausgeschnittenen Zeitungslettern besteht. In diesem Brief wird ihr gedroht, dass jemand, den sie sehr liebt, sterben wird, falls die Ausstellung stattfinden sollte. Und bereits in dem Gespräch mit Maximilian Ross, das Andrea wenige Minuten nach Erhalt des Drohbriefs mit Ross führt, wird deutlich, dass der Künstler gerade die Glasgesichter nicht für die Ausstellung freigeben will. Kurz darauf verschwindet die Mutter der Galeristin. Und Andrea beginnt selbst nach ihrer Mutter zu suchen und Leben und Werk des Maximilian Ross zu erforschen.

Persönliche Eindrücke

Absoluten Fans von Thrillern wird dieser Roman sicherlich nicht hart und spannend genug sein. Denn die Geschichte kommt zunächst nur zögerlich in Gang.
Doch abschließend kann man sagen, dass Cordula Hamann durchaus das Zeug zur Thrillerautorin hat. So wird detailgetreu beschrieben, wie die Opfer gesucht und gefunden werden, und welches Schicksal sie erleiden müssen. Die kurzen Kapitel, die häufigen Perspektivwechsel und unerwarteten Wendungen sorgen dafür, dass Leserinnen und Leser sich nicht zu sehr langweilen und die Geschichte bis zum Ende verfolgen. Detailgetreu oder detailversessen, das ist bei diesem Buch wohl die Frage. Denn gerade zu Beginn des Buches Und die Ausführlichkeit aller Beschreibungen ist wohl auch der Grund dafür, dass die Geschichte an manchen Stellen langatmig wirkt. Eine große Qualität von Cordula Hamann ist, dass sie um die unerwarteten Wendungen, die die Handlung nimmt, kein Aufhebens macht, so dass sich diese plausibel und im wahrsten Sinne des Wortes natürlich in das Geschehen einfügen. Ein heftiger Schauder oder Thrill packte mich bei der Lektüre von Glasgesichter nicht. Denn zu einem erstklassigen Schauder gehört, dass man von Gefühlen wie Ekel, Mitleid, Wut, Verzweiflung, Angst etc. gepackt und hin und her gerissen wird. Es steht zu vermuten, dass auch das an der sehr ausführlichen Beschreibung liegt. Wir Leser erfahren mehr als alles, was wir wissen müssen. So stellt sich zwar Verständnis für Opfer und Täter ein aber Mitleid usw. mit dem Täter und seinen Opfern kommt, wenn überhaupt, nur in ganz geringen Dosen auf.

Zusammenfassend sage ich zum Schreibstil, gut lesbar, sehr ausführlich, gute Perspektivwechsel und mit Abstrichen ein guter Start als Thrillerautorin. Zur Covergestaltung kann und will ich mich nicht äußern. Aus diesem Grund habe ich das Cover auch nicht in diesen Artikel eingefügt und lasse diesen Aspekt auch aus meiner Bewertung heraus. Dafür, dass diesem Thriller noch das Pünktchen auf dem I in Puncto Spannung und Emotionalität fehlt, ziehe ich eine halbe Feder beziehungsweise einen Stern ab und gebe 4 von 5 Federn beziehungsweise Sterne.

Ich wünsche Euch interessante Unterhaltung mit diesem Buch, das bezogen auf Grundidee und Ausführung in weiten Teilen gut gelungen ist. Es ist bestimmt gerade für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr eine ansprechend geschriebene Lektüre!

Liebe Grüße

Christiane (Texthaseonline)

Autor: Texthase Online

Diesen Blog führe ich seit dem 16. November 2012. Als Autorin benutze ich das Pseudonym Paula Grimm. In diesem Blog findet Ihr nicht nur Prosatexte, Haikus und Essays sondern auch Wissenswertes über das Schreiben, Barrierefreiheit, Internetshops und Webseiten, die ich bei meinen Streifzügen durch das Web finde und alles, was mich privat und beruflich interessiert. Christiane (Texthase Online)

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