Kleine Verbeugung vor Hanns Dieter Hüsch und Grundwissen über die Spezies des Niederrheine rs

Tach zusammen,

so grüßt man bei uns am Niederrhein, wenn man nicht sagt: „einen Guten!“ Und durch wen wissen wir Niederrheiner und auch alle anderen über uns bescheid? Wir haben das Grundwissen über die Spezies des Niederrheiners und andere gesammelte Wahrheiten von Hanns Dieter Hüsch. Ganz viel über den Niederrheiner und andere wahre Kerne aus dem berufenen Mund von Hüsch und wissenswertes über Leben und Werk des Kabarettisten aus Moers findet Ihr unter dem Link: http://www.detlev-mahnert.de/huesch-nrz2005.html.

Hanns Dieter Hüsch

Ein „richtig runder Jahrestag“ war er nicht, der 06 Dezember 2014. Da hätte ich noch ein Jahr warten müssen. Denn Hanns Dieter Hüsch starb am 06. Dezember 2005 in Werfen im Alter von 80 Jahren. Geboren wurde er am 06. Mai 1925 in Moers am Niederrhein. Seit den frühen 50er Jahren arbeitete Hüsch nicht nur als literarischer Kabarettist, sondern auch als Kinderbuchautor, Rundfunksprecher, Synchronstimme etc. So sprach er z. B. Väter der Klamotte, war der Familienvater in der Serie goldener Sonntag und vieles mehr. Er erhielt viele Kabarettpreise. Doch seine Texte und seine Vortragsart, mit denen er in poetischer Art politische Hintergründe in Alltagsbeschreibungen und in alltagsphilosophischer Betrachtungsweise aufsuchte und darstellte, brachte ihm auch sehr harte Kritikken ein.

So wurde er Ende der 60er Jahre auf Burg Waldeck und in Berlin nach Störungen von der Bühne gebbuht. In dieser Zeit bezeichneten ihn seine Kritiker als „Kitschgemüt mit Goldbrokat“, das seine poetische Kraft einem „bourgeoisen Verniedlichungstrend“ opfere. In seinem Programm Enthauptungen rechnete Hanns Dieter Hüsch mit diesen Erfahrungen ab. Er trat danach eine Zeit lang nur in der Schweiz auf. Zu seinen harten Kritikern gehörten später auch der Schriftsteller Eckhard Henscheid und der Kabarettist Georg schramm. Henscheid formulierte im Jahr 1986 einen Totalverriss von Werk und Person. Und Schramm bezeichnete Hüsch als „Vorleseopa“ als dieser ihm im Jahr 1991 Georg Schramm relativierte 17 Jahre später sein Urteil über Hüsch, was möglicherweise auch darauf zurückzuführen war, dass der Mann vom Niederrhein bei der Preisverleihung souverän und freundlich aber bestimmt darauf beharrt hatte, den Preis zu übergeben, wenn Schramm gewillt sein sollte, ihn entgegen zu nehmen. Ausführliche Informationen über Leben und Werk von Banns Dieter Hüsch findet Ihr unter dem folgenden Link bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Dieter_Hüsch#Werke_.28Auswahl.29.

Der Niederrhein ist überall, lautet ein Titel von Hanns Dieter Hüsch. und der Niederrhein war vor allem da, wo Hanns Dieter Hüsch war, getreu seiner Aussage, dass der Niederrheiner keiner Fliege was zu Leide tut. Denn Lebenszugewandtheit und Menschenfreundlichkeit gehörten zur Wesensart des Künstlers Hanns Dieter Hüsch. Davon legen Titel wie, Du kommst auch drin vor oder wir sehen uns wieder, Zeugnis ab. So betrachtete und kommentierte Hüsch seine Mitmenschen mit einen Blick durch eine alltagsweise Brille und mit Augenzwinkern. Doch wer Menschen liebt und Menschlichkeit achtet und verteidigt, der kann auch anders und hat ein gutes Gespür für gesellschaftliche und politische Stimmungen, die die Menschlichkeit bedrohen. Das Zeigt beispielsweise der folgende Text:

„Kennst Du diese plötzlichen Sekunden

wenn Dir einfällt, dass Du sterben musst
Siegessicher gehst Du durch die Stunden
doch auf einmal wird es Dir bewusst

Und Du fragst Dich, wie das wohl gehen wird
welches Wort als letztes Wort Du sagst
Wer zuletzt an Deiner Seite stehen wird
ob Du tapfer, oder ob Du klagst

Dann bald ist Obduktion im Café Größenwahn
schnell die nächste Leiche auf den Tisch
dann wird aufgemacht und dann wird nachgedacht
dann wieder zugemacht und sich kaputtgelacht

Denn in jeder Leiche ist ein Kind versteckt
das nach Zukunft fragt und nach Frühling schmeckt
und sich dann erschreckt

Und dann kommen all‘ die flotten Leute
rufen „hören Sie doch damit auf“
so ein Quatsch, denn heut‘ ist schließlich heute
kommt! Wir machen schnell noch einen drauf

Und dann findet man noch einen Frühstücksrest
vom Oktoberfest, der sich sehen lässt
Herr, war das ein Fest!

Und dann kommen auch die großen Tröster
mit den neuesten Plänen in der Hand
dann wird diskutiert und dann wird reflektiert
und danach konstatiert, dass man Dich angeschmiert

Und dann findet man noch einen Augenblick
eine Spur vom Glück und ein Silberstück
doch das liegt weit zurück

Und dann findet man noch einen Trennungsgrund
zwischen Herz und Mund
ziemlich schmal und rund
doch sonst war er gesund“

Grundwissen über die Spezies des Niederrheiners

Und da behaupte noch einer, dat so’ne Region nich’ prägt!
„Nee, nee, an den Niederrhein, da musse schon viel Gemüt mitbringen. Wie sach ich immer: Internationales Gemüt, denn speziell der Niederrheiner stammt ja von allen Menschen ab. Dat hab ich schon mal in Kleve vor Jahren in einem Vortrag gesacht.
Also gut: Die Schönheit des Niederrheins, mein ich immer, dat is nich sone Angelegenheit, so wie man sacht, Gott is die Frau schön. Das geht tiefer. Dat krisse fast gar nich raus, warum dat so is. Auf den ersten Blick schon gar nicht. Muss ja auch nicht sein, sach ich immer, dat wär ja ne langweilige Schönheit. Nein, der Niederrhein will angeguckt werden. Und dann beginnt die große Liebe. Dat is dat Geheimnis des Niederrheins. Un wer einmal am Niederrhein war, der kommt wieder.
Da jagen sich die Rätsel: Warum is hier nix los un doch alles los. Un wo anders is alles los, un gar nix los. Der Niederrhein, denk ich immer, macht einem nix vor. Da gibbet keine kalkulierte Romantik, sondern eine Musik aus Vergessen und Erinnern, un da draus entsteht das Gefühl am Ende der Welt, am Ende aller Tage zu sein. Und aus dem Altrhein bei Xanten tauchen prustend alle Vorfahren auf, als hätten sie sich verschwommen. Wer Phantasie studieren möchte, der sollte ein paar Semester an den Niederrhein kommen und dann als Lohengrin wieder in die große Welt fahren. Burgen gibt´s. Schlösser gibt´s und Wasserschlösser, Windmühlen und Wassermühlen, Kirchturmspitzen, Fähren und Inseln, Kunst im Schloss Moyland, Karneval in Keppeln, und komm mir nun keiner, und sach, er sei nicht genannt worden.
Der Niederrheiner ist überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären. Umgekehrt: Wenn man ihm etwas erklärt, versteht er nichts, sagt aber dauernd: Is doch logisch. Und wenn er keinen Ausweg mehr weiß, steigert er sich in eine ungeheure Assoziationskette hinein. Er kann zum Beispiel in wenigen Sätzen von Stefan Askenase, dem berüchtigten Chopinspieler, auf die Narkoseschwester Gertrud kommen.
In Homberg am Niederrhein, da sagt man nämlich nicht: „Nimm Platz“, sondern da sagt man: „Geh sitzen“. Dat is zwar krummes Deutsch, geh ma auf de Bank sitzen, aber sowat von gemütstief, kriegen se später nie wieder, nie.
Wenn ich mir heute ein Jugendbildnis von Joseph Beuys anseh, das mit dem weißen Hemd und dem offenen Kragen, wo er so vor sich hinblickt, das ist das niederrheinische Auge, das bis in die letzten Winkel der Welt sieht.
Die meisten Niederrheiner sind ja auch durch de Bank schwermütig. Also nicht durch de Bank, obwohl manche sind auch durch de Bank schwermütig.
Wir sind unsere eigenen Philosophen. Und wenn der Rheinländer auf die Frage „Wie isset?“ „Gut“ sagt, dann sagt der Niederrheiner: „Wie sollet sein?“ Ja, aus uns krisse so schnell nix raus.
Das ist ja der Choral des Niederrheiners: Wat willze machen. An sonem Tag biss einfach aufgeschmissen, und dann ist der Niederrheiner auch noch aggressiv gehemmt.
Wenn der Niederrheiner mal ausnahmsweise etwas weiß, dann weiß er dat aber auch ganz fest bis an sein Lebensende, bis in alle Ewigkeit. Auch wenn et gar nich stimmt. Un meistens stimmt et nich.
Die einen haben et und die anderen müssen et erfinden. Ich sag, Herr Pastor, wat am Niederrhein nich alles schon erfunden worden is in der Hinsicht, nur um sich über Wasser zu halten, da müssten Sie drei mal am Tag predigen, um dat alles unterzubringen.
Da gibbet am Niederrhein Hunderte von. Alles Verrückte, die keiner Fliege was zuleide tun. Höchstens sich selbst.
Sagte ich später zu meiner Frau: Warum ich da in aller Ruhe sitzen wollte und immer „ja natürlich“ gesagt habe und die Welt über mich ergehen ließ. Scheusal, sagte meine Frau. Ja natürlich, sagte ich. Der Niederrheiner ist eben der Mongole unter den Rheinländern.
Der Niederrheiner braucht ja eigentlich nur sich, mehr muss dat gar nicht sein, weil de so viel mit sich selbst zu tun hat, von morgens bis abends. Da kommt der auf dem flachen Land gar nicht zu Ruhe, weil de ewig am bosseln un am prakesieren un am rennen is, aus de Küch innet Krankenhaus, dann auf en Kirchhof und dann wieder zurück inne Küch.
Ein Schluri, weil ich hab de Kopp zu voll. So sagt man auf Niederrömisch. So haben die alten Römer früher am Niederrhein gesprochen.
Er möchte unauffindbar sein, sagt er immer, damit er seine völlig Ruhe hätte. Davon hätte er schon als Kind geträumt, am unteren Niederrhein möchte er unauffindbar sein. Hat er an der Theke von Hein Lindemann allen verkündet: unauffindbar. Da hamwer alle ganz bedöppelt ausgesehn.
Also dann Gruß zu Haus un Tach zusammen Hanns Dieter Hüsch, Zitat-Auswahl von Karen Kliem aus: „Zugabe“ (Köln 2003), „Mein Traum vom Niederrhein“ (Duisburg 1996), „Und sie bewegt mich doch“ (Mainz.“

„Und nur der Vollständigkeit halber sei gedacht, wat meine Patin immer sacht, dat die Leute im Rheinland, in Köln, Bonn und so alles noch viel besser erklären können, wat se nicht. wissen. Un’ die musst wissen, die is’ en gutes Stück den Rhein ‚raufgekommen als wissenschaftliche Bibliothekarin an der Universität zu Köln, oder wie se se jetzt‘ nennen.“ 😉
Meine Patin hat wie Hanns Dieter Hüsch das Gymnasium Adolfinum in Moers besucht ist aber zwei Jahre jünger.

Ich hoffe, Ihr findet ganz viel Material zum Schmunzeln und Nachdenken von Hanns Dieter Hüsch und könnt damit Eure Buchschatztruhen und die Hörbar füllen!

Liebe Grüße

Christiane
(Texthase Online)
PS: Zwie hab’ ich noch!
Offizielle Homepage von Hanns Dieter Hüsch: http://www.huesch.org Treffpunkt und Gästebuch für alle: http://www.huesch.info

Paul Temple und der Fall….. -65. Geburtstag der Paul-Temple-Hörspiele in Deutschland

Guten Tag Ihr Lieben,

heute vor genau 65 Jahren sendete der Nordwestdeutsche Rundfunk den ersten Teil des Kriminalhörspiels Paul Temple und der Fall Gregory. Diesem Zehnteiler sollten weitere Hörspiele über die Kriminalfälle aus der Feder von Francis Durbridge folgen, in denen der Schriftsteller und Privatdetektiv Paul Temple in Zusammenarbeit mit Scotland Yard verwickelte Vermissten- und Mordfälle löst. Die Kriminalgeschichten nach traditioneller englischer Art waren in der Bundesrepublik aber auch in anderen Ländern als Hörspiele erfolgreich und erfreuen sich auch heute noch sehr großer Beliebtheit.

Paul Temple

Erfinder des Schriftstellers und Privatdetektivs Paul Temple ist der englische Autor Francis Durbridge. Informationen über den Autor, die Romane und die Rezeption findet Ihr auf Wikipedia unter dem folgenden Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Temple.
Die Romane wurden in verschiedenen Ländern von unterschiedlichen Rundfunkanstalten als Hörspielserien bearbeitet. In der Bundesrepublik war meist der bekannte und beliebte Schauspieler René Delten der Sprecher der Hauptrolle. Kriminalromane von Francis Durbridge wurden nicht nur in Radiofassungen bekannt. Filme wie das Halstuch waren ebenfalls Straßenfeger im jungen deutschen Fernsehen. Manche Romane über den beliebten Detektiv verfasste Darbringe in Zusammenarbeit mit anderen Verfassern. Diese kamen unter dem Pseudonym Paul Temple heraus. Romane und Filme mit dem Protagonisten Paul Temple folgen dem Who-done-it-Muster der englischen Kriminalliteratur. Die Romane und Hörspiele, die man noch kaufen kann findet Ihr u. a. Alle lieferbaren Produkte über die Fälle von Paul TempleBenennen Sie Ihren Link
Audible etc. Im Vergleich zu Hörspielproduktionen der Gegenwart wirken sie aktionsarm, obwohl durchaus häufiger geschossen, Autos von der Straße abgedrängt, in Häuser eingebrochen wird. Zu diesem Eindruck tragen verschiedene Aspekte der Produktionen bei. Informationen kommen nicht via Mail, SMS, sondern telefonisch, per Brief und Telegramm. Es gibt viele geschliffene Dialoge. Und die Musik trägt ebenfalls zur „Entschleunigung“ der Handlung bei, obwohl sie auch ein Spannungselement ist und verschiedenen Ereignissen eine individuelle Stimmung verleiht.

Ich hörte einige Paul-Temple-Hörspiele bereits Mitte der 70er Jahre. Denn sie wurden damals in der Hörspielreihe Krimi am Samstag wiederholt. Doch ich konnte mich kaum noch an die Einzelheiten der Kriminalfälle erinnern und war deshalb froh, als vorige Woche Paul Temple und der Fall Gilbert im Hörspiel-Spezial auf WDR5 wiederholt wurde. Und es freut mich, dass ich mir die Hörspiele herunter laden kann. Inzwischen habe ich Paul Temple und der Fall Curzon und Paul Temple und der Fall Conrad gehört. Ich mag Krimis der traditionellen, englischen Machart, und der Charme der 50er und 60er Jahre durch Sprecher, die Rollen stimmlich ausgezeichnet einnehmen können und die entsprechende Musik gefallen mir sehr gut. Allerdings habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, die Folgen der einzelnen Hörspiele nicht am Stück zu hören. Ansonsten gingen mir z. B. die häufigen Anspielungen auf weibliche Intuition oder die ausweichenden Antworten auf direkte Fragen an Paul Temple vielleicht doch auf die Nerven. Das „Strickmuster“ der Romane und Hörspiele, die u. a. an den berühmten belgischen Detektiv aus der Feder von Agatha Christie erinnern, finde ich sehr charmant und reizvoll. Warum sollten nicht alle Beteiligten am Ende bei einer gepflegten Cocktailparty nicht nur Martinis etc. sondern auch die Auflösung des Falles bekommen? So enden die Fälle auch in den Kriminalhörspielen nicht immer aber sehr häufig. Mehr wird nicht verraten! Das ist doch Ehrensache unter Krimifans, nicht wahr? 😉

Ich wünsche viel Vergnügen bei der Entdeckung dieser Krimiserie oder bei der Wiederentdeckung von Paul Temple!

Liebe Grüße

Christiane (Texthase Online)

PS: Linkempfehlungen

Alle lieferbaren Produkte über die Fälle von Paul TempleBenennen Sie Ihren Link

Paul Temple bei Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Temple

Die Hörbar auf Texthase Online ist eröffnet

Guten Abend Ihr Lieben,

die Hörbar auf Texthase Online ist eröffnet! Das ist nicht nur eine neue Kategorie. Es ist auch eine Premiere und zwar in mehrfacher Hinsicht.
1. Ich hoffe, es ist mir zum ersten Mal gelungen einen Link zu meiner Dropbox für alle, die ihn haben, freizuschalten. 2. Ihr könnt zum ersten Mal meine Stimme hören.
3. Und Ihr findet unter

https://dl-web.dropbox.com/get/Hörbar/Hörbar.mp3?_subject_uid=145426748&w=AAB-_lQd4Y8ZuM9C_t6Is2BTQNJyVxVpoR596wpjrZ9dCg die ersten Gedanken zu einer Idee, die ich für meine Freiberuflichkeit habe.

Alles erdenklich Gute für Euch! Und ich hoffe, mein erster Mp3-Link aus dem Stehgreif ist nicht allzu schlimm. 😉

Liebe Grüße

Christiane (Texthase Online)