Erfahrungsbericht: Im Blindflug ein Ebook veröffentlichen

Guten Tag Ihr Lieben,

dies ist der versprochene Artikel über meine Erfahrungen mit der Veröffentlichung meines Romans,Orka: Zeit der Schatten , als Ebook. Alle Angaben, die ich hier machen kann, beziehen sich auf die Arbeit bezogen auf eine Ebookpublikation im Mai 2014. Der Post enthält auch eineig Anmerkungen zum Thema Barrierefreiheit bei der Veröffentlichung von Ebooks.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, war es nicht Überzeugung sondern Enttäuschung, die mich zu dem Entschluss geführt hat mein Buch selbst zu veröffentlichen und zunächst einmal eine Ebookversion herauszubringen. Aber das mit der Enttäuschung, besser gesagt, mit den Enttäuschungen steht auf einem anderen Blatt und möglicherweise auch in einem anderen Artikel in diesem Blog.

Wie ich schnell über Google heraus fand, gibt es inzwischen oder derzeit noch viele Onlineportale, bei denen man sowohl Ebooks als auch gedruckte Bücher selbst publizieren kann. Zu den bekannteren Unternehmen gehören u. a. Lulu, Tredition, Amazon, Bod und Epubli. Verfügbare Services sind auch Mein Bestseller und verschiedene Seiten, die sich auf die Veröffentlichung von Ebooks spezialisiert haben. Um für mich die beste Möglichkeit herauszufinden, habe ich die Shops der Portale, ihre Reichweite im Netz und die Formulare für die Einstellung von Ebooks und Büchern getestet.

Amazon ist der Marktführer, und es heißt, dass es dort einfach ist, Ebooks zu veröffentlichen. Im Blindflug ist das nicht so. Das mag auch darauf zurückzuführen sein, dass es für blinde und sehbehinderte iPhonenutzer inzwischen eine App gibt, die das hauseigene Kindleformat von Amazon lesen kann, dass dieses Format ansonsten, z. B. über Notebooks und Computer für blinde und sehbehinderte Ebookfans nicht verfügbar ist. So ist Calibre, der Tausendsassa im Umgang mit Ebookformaten nicht barrierefrei. Wenn ich mein Ebook bei Amazon herausgebracht hätte, hätte ich es selbst nur am iPhone lesen können. Und ich liebe es doch zu sehr mein Macbook Air und das Programm Adobe Digital Edition zu verwenden. Und zum Thema Übersichtlichkeit im Blindflug bei der Einstellung eines Ebooks schweigt des Dichters Höflichkeit.

Lulu machte zunächst einen sehr guten Eindruck. Aber dann kam die Sache mit der Covergestaltung. Das Umschlagdesign ist bezogen auf die Ebookveröffentlichung ohnehin ein Thema, das mich wohl lebenslang verfolgen wird. Da lauern für vollblinde Autoren, die selbstständig publizieren möchten, viele ganz unterschiedliche Tücken. Es gibt, so weit ich es sagen kann, keine oder nur eine sehr versteckte Möglichkeit für die eigene Umschlaggestaltung. Und nachdem ich einfach mal die blaue Variante, was immer sie auch genau zeigen mag, angeklickt hatte, wurde ich von Lulu schnurstracks aus dem Eingabeformular ins Nirgendwo im Netz geschleudert und nach dem erneuten Aufruf der Seite musste ich feststellen, dass alle Daten, die ich bisher eingegeben hatte, nicht mehr auffindbar waren.

Bod wollte mir die PDF-Datei mit der Beschreibung für die Veröffentlichung verschiedener Buchversionen einfach nicht geben. Und das Eingabeformular ist für Autoren, die zum ersten Mal etwas veröffentlichen möchten, nicht in allen Punkten selbsterklärend. Mein Bestseller macht es zumindest blinden und sehbehinderten Nutzern unmöglich Stichworte zum eigenen Werk einzugeben, obwohl das System auf dieser Angabe besteht. Das könnte auch ein allgemeiner Fehler sein. Mir ist nämlich aufgefallen, dass wie es in der Erläuterung beschrieben ist, alle erforderlichen Felder des Formulars mit Sternen gekennzeichnet sind. Nur der Bereich, der für Stichworte vorgesehen ist, trägt keinen Stern.

Wer Ebooks selbst erstellen kann, z. B. mit Calibre, der sollte auf jeden Fall bedenken, dass sich die Portale bezogen auf die Eingabe der Cover unterscheiden. Bei manchen Services muss der Umschlag in der Datei, die das Buch enthält, eingefügt sein. Andere Anbieter haben ihre Eingabemaske so programmiert, dass das Cover einzeln hochgeladen werden muss.

Am Ende blieben noch Tredition und Epubli. Mit Tredition hatte ich geliebäugelt, da sich Autoren dort bei Buchtalent eintragen können, um möglicherweise doch einen Verlag zu finden, der sich ihres Werks annimmt. Was Angaben zu Tredition und Epubli betrifft, komme ich im Grunde nach wie vor zu dem gleichen Ergebnis wie Domingos de Oliveira
in seinem Artikel. Der vollblinde Autor hatte ein Ebook bei Tredition veröffentlicht, sich dann aber auch mit dem Service von Epubli befasst. Der Treditionsshop ist blind nach wie vor alles andere als gut nutzbar. Auch die Beschreibungen, die Autoren für die Veröffentlichung brauchen, sind nicht in allen Punkten klar genug.

In einigen Punkten hat sich Epubli allerdings weiterentwickelt. So ist es inzwischen für einen Gesamtpreis von 74,95 Euro möglich eine Word-Datei in das Epub-Format umwandeln zu lassen. Und in diesem Preis ist die ISBN für das Ebook enthalten. Der Einzelpreis für jede ISBN beträgt aktuell 14,95 Euro. Eine ISBN kann man ganz einfach im Epublishop kaufen. Wer also beispielsweise mit Pages eine Epub-Datei selbst erstellen kann oder in der Lage ist, mit Calibre zu arbeiten, dass es ja für Windows, Mac und portable Geräte kostenfrei gibt, der kann für 14,95 Euro eine ISBN und damit ein Ebook im Epub-Format bestellen, Weiter Kosten entstehen nicht, wenn Autoren ihre Epub-Datei selbstständig erzeugen können. Dieses Ebook ist nach der Freischaltung in allen geläufigen Ebookshops, z. B. bei Ibooks, Amazon et c. verfügbar. Epubli ist ein Portal, bei dem das Cover in die Epub-Datei eingefügt sein muss.

Um zu prüfen, ob eine Epub-Datei valide ist, sind verschiedene Programme im Netz verfügbar. Epubli hat auf einen der kostenfreien Services verlinkt. Doch hier ist Vorsicht geboten. Der Uploadbereich von Epubli ist ein ganz scharfer Hund. 😉 Meine Epub-Datei wurde von mehreren Validierungsprogrammen als valide befunden. Als ich mein Buch hocladen wollte, bekam ich die Warnung, dass die Datei nicht valide sei.

Schließlich entschied ich mich die telefonische Beratung des Unternehmens zu nutzen. Die Nummer ist kostenpflichtig. Doch die 0,14 Euro pro Minute sind gerechtfertigt.Denn er Service, den Autoren unter dieser Servicerufnummer erhalten, ist schnell, kompetent und freundlich. Der Servicmitarbeiter vermutete, dass das Cover nicht richtig angepasst wäre. Wir einigten uns darauf, dass ich ihm die Epub-Datei und das Cover via Mail schicken sollte. Epubli verspricht, dass Probleme meist binnen 24 Stunden bearbeitet und gelöst werden können. Und es wurde nicht zu viel versprochen. Ich hatte um 11.00 Uhr angerufen. Und um 17.20 Uhr bekam ich eine Mail mit einer korrigierten Datei, die ohne Probleme hochgeladen werden konnte.

Danach konnte ich alle Formulare, Preisgestaltung, Angaben zum Buch et c. ohne Probleme selbst eingeben. Bezogen auf die Preisgestaltung bieten die Portale, die ich ausprobiert habe, Formulare an, über die man den Preis für sein Ebook selbst festlegen kann. Wenn man einen Preis eingibt, kann man erkennen, wie sich der Preis zusammensetzt. Ich habe 2,99 Euro gewählt. Denn ich hatte im Epublishop viele Bücher mit diesem Preis gefunden. Das war möglicherweise eine falsche Entscheidung, wie ich nach der Lektüre Ebooks in Deutschland von Matthias Matting denke, obwohl dieser Post sich mit den Preisen des zweiten Halbjahrs 2013 bei Amazon beschäftigt. Danach machen vor allem Ebooks für 3,99 Euro das Rennen. Tantiemen werden bei Epubli am Ende eines Monats ausbezahlt, wenn Ebooks im Wert von25 Euro verkauft wurden. Fällt das monatliche Einkommen geringer aus, wird die erwirtschaftete Summe im Monat darauf mitverrechnet. Die Kündigungsfrist beträgt fünf Tage. Der Autorenvertrag sieht keine automatische zeitliche Begrenzung vor und endet damit nur, wenn einer der beiden Vertragspartner kündigt. Wie es um die Nutzungsrechte und -pflichten bestellt ist, ist klar und verständlich im Vertrag beschrieben. Wie viel Freiheit Autoren Vertragspartnern zubilligen, ist natürlich eine persönliche Entscheidung und eine frage des Vertrauens.

Ich bin bis zu diesem Punkt mit Epubli sehr zufrieden und überlege, ob ich auch die gedruckte Version meines Buches dort veröffentlichen werde. Ab jetzt geht es für mich also um die Werbung und um die Bearbeitung meines Romans für das gedruckte Buch. Ich wünsche Euch allen alles erdenklich Gute und viel Vergnügen und Erfolg mit Euren Buchprojekten!

Liebe Grüße

Christiane (Paula Grimm bei Texthase Online)

PErwähnt und empfohlen

Orka: Zeit der Schatten

Ebooks in Deutschland

Domingos de Oliveira

Autor: Texthase Online

Diesen Blog führe ich seit dem 16. November 2012. Als Autorin benutze ich das Pseudonym Paula Grimm. In diesem Blog findet Ihr nicht nur Prosatexte, Haikus und Essays sondern auch Wissenswertes über das Schreiben, Barrierefreiheit, Internetshops und Webseiten, die ich bei meinen Streifzügen durch das Web finde und alles, was mich privat und beruflich interessiert. Christiane (Texthase Online)

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