01. Schreibsachen (Romananfang des ORcaprojekts)

Guten Tag Ihr Lieben,

ich bleibe bei meinem Vorsatz das Orcaprojekt nur teilweise vorzuveröffentlichen. In diesem Post könnt Ihr den Anfang des Romans, den Beginn des ersten Kapitels lesen. Ich hoffe, es ist ein interessanter Eindruck meiner Arbeit. Im nächsten Artikel von Texthase Online geht es dann endlich wie versprochen um die Arbeit mit den Personen in meinen Texten.

Liebe Grüße

Christiane (Paula Grimm bei Texthase Online)

01. Schreibsachen

„Amanda ist das größte Arschloch!
Das weiß hier bei uns jeder doch.
Knallt sie ab wie einen Köter!
Sonst wird sie nur noch blöder.”

Der Vierzeiler stand rot auf
schwarzer Pappe genau mitten auf der grünen Tafel. Es war die
erste Stunde nach den Herbstferien. Die Schüler der Acht-B mussten auf eine Vertretung für ihre Deutschlehrerin Frau Wittkamp warten. Amanda hatte erst beim zweiten Klingeln den Schulhof betreten. Sie war als Letzte in das Klassenzimmer gekommen. Sie hatte heute Rika und Dian zur Schule bringen müssen. Dian war sehr bockig gewesen, hatte sich auf dem Schulweg mehrfach auf den Boden geworfen, bis Amanda sich dazu entschlossen hatte, ihn das letzte Stück des Weges zu tragen. Darüber war er so wütend geworden, dass er nicht nur kräftig mit Armen und Beinen gezappelt hatte. Er hatte ihr auch in die linke Schulter gebissen. Amanda saß immer hinten in der Klasse. So versperrte sie auf keinen Fall jemandem die Sicht. Inzwischen war sie zu einer Größe von 1.98 M aufgeschossen. Sie musste an genòvieves Platz vorbei. ”Welcome back, Visage Fritte!” zischte diese.
Noch hatte Amanda nicht zur Tafel hinüber gesehen. Doch diese Feindseligkeit war ihr nicht entgangen. Genòvieve und Amanda waren Feindinnen seit sie einander kannten. Und sie kannten sich seit ihrem ersten Jahr im Kindergarten. Amanda hatte gleich eine Abneigung gegen Genòvieve gespürt und war ihr deshalb anfangs mit Gleichgültigkeit begegnet und ihr nach Möglichkeit aus dem Weg gegangen. Doch Desinteresse ließ die Geltungssucht der hübschen, kleinen, Blondine nicht zu. So hatte sie sich auf Provokationen jeglicher Art verlegt. Und manchmal platzte Amanda dann doch der Kragen. Diesmal reagierte sie nicht. Sie ging gelassen an ihrer Feindin vorbei.

Amanda war daran gewöhnt wegen ihres Gesichts verspottet zu werden. Außer Visage Fritte wurde ihr von ihren zahlreichen Feinden auch Bratmaul oder Brandfresse nachgerufen. Auch vor dem Unfall mit dem heißen Frittierfett, das große Teile des Gesichts und des Oberkörpers zerstört hatte, war Amanda kein niedliches Kind gewesen. Sie war dafür zu groß geraten. Außerdem hatte sie so ausgesehen, als habe jemand unbedingt einen Menschen formen wollen, aber zu beginn der Feinarbeit die Lust verloren. Seit nunmehr sieben Jahren sah das Gesicht gefleckt aus und nur ganz selten breitete sich darauf ein Ausdruck aus, da auch die Nerven zumindest teilweise zerstört worden waren. Die Lider hatten nachgebildet werden müssen. Aber wie durch ein Wunder waren die Augen vollkommen unversehrt geblieben. Und diese Augen hatten es in sich. Sie waren groß und blau mit einem schwarzen Glanz im Hintergrund. Sie passten hervorragend zu Amandas Haar, das kräftig und schwarz mit einem blauen Glanz war. Diese Augen blickten meist lebendig, freundlich und aufgeschlossen. Doch dieser weiche Blick täuschte zu keiner Zeit darüber hinweg, dass er zu einem entschlossenen, in gewisser Weise sogar harten Menschen gehörte. Dieser Blick sprühte vor Intelligenz und wirkte auf eine unerklärliche Art alterslos.
Es gab nicht nur viele Menschen, die den Anblick ihres verbrannten Gesichts nicht ertrugen. Es gab ebenso viele Menschen, die ihr auch nicht direkt und ausschließlich in die Augen sehen konnten.Denn die Weisheit, die sich in diesen Augen widerspiegelte, war so stark und ungewöhnlich, dass die meisten Menschen dem, was sie in diesen Augen sahen, nicht oder nicht lange stand hielten und ihre Augen so bald als möglich abwenden mussten. Und auch diejenigen, die Amanda liebten, gewöhnten sich nie ganz an das, was sie in ihren Augen sahen. So hatte sich ihre Großmutter, Hanna Wilke, immer wieder über die Ein-, Um- und Voraussicht, die ihre Augen widerspiegelten gewundert, und sie hatte bei sich gedacht:
„Da weiß man gar nicht, woher diese Weisheit kommt, ob sie von dem kommt, was diese Augen schon haben sehen müssen, oder von dem, was sie in Zukunft noch werden sehen müssen.“

Amanda setzte sich. Sie legte ihre Sachen auf den Tisch. Dann blickte sie zur Tafel hinüber. Ihr entging keineswegs, wie beindruckend die Zeilen an der Tafel durch ihre Anbringung und Farbgebung auf alle wirken mussten. Ihr entging ebenfalls nicht, dass irgendetwas mit diesem Vierzeiler nicht stimmte. Doch war es ihr unmöglich die ganze Sache auf Anhieb zu begreifen. Sie war einfach noch nicht richtig angekommen. Und dann war da auch noch diese Stille. Es war eine unnatürliche Stille für ein Klassenzimmer, in dem sich dreizehn- und vierzehnjährige Schüler befanden. Solche gespannten Situationen riefen bei Amanda immer denselben Tagtraum hervor. Es war ein Unfall gewesen. Dieser Unfall war wirklich passiert und zwar am Ostermontag
1998. Die ganze Stadt wusste davon. Alle hatten das übliche Schlagzeilenwissen. Denn verschiedene Zeitungen hatten über dieses Ereignis ausführlich berichtet. Auch ein Fernsehteam war angerückt. Sein Name war Bernulf Rademacher gewesen. Er war mit Amandas Mutter Regina verheiratet gewesen. Er hatte, wie man so sagt, in Immobilien gemacht und stand zudem am Beginn einer politischen Karriere. Amanda und ihr Vater Richard hatten ihn scherzhaft den Froschkönig genannt. Und dieser Name passte wie die Faust aufs Auge. Denn er war ein Mann mit wenigen Haaren, hervorstehenden grünen Augen, kurzen Armen, einem gedrungenen Körper und langen Beinen gewesen. Und auch der Klang der Stimme legte diesen Spitznamen nahe. Da war der Todesfall des Froschkönigs in dem Tagalbtraum. Und da war die Zeit, die inzwischen verstrichen war, eineinhalb Jahre. Und auch davon handelte dieser Alptraum.
Und es ging immer so:
”Ohne die Filme kannst du mir sowieso nichts anhaben!” Quakt der Froschkönig. Und dann lacht er auch noch so. Er legt seine Hand fest auf ihren Arm. – Gefrierbrand! – Amanda warnt ihn. Er verhöhnt sie weiter. Er legt seine Hand noch fester auf ihren Arm. Er versucht sie gegen die Küchenwand zu drängen. Amanda nimmt all ihre Kraft zusammen. Sie stößt ihn von sich weg. Er fällt auf das Schachbrettmuster des Fußbodens. Er bleibt liegen. Die Gewissheit seines Todes sickert durch die Ewigkeit einer Sekunde zu ihr herüber und durch sie hindurch. – Brandfrost! - Amanda schließt die Augen. Sie öffnet sie aber gleich wieder. Und er liegt immer noch da auf den schwarzweißen Fliesen. Sein Grinsen ist auch immer noch da. Aber es ist verschoben. Denn sein Fleisch ist zurückgegangen und ausgetrocknet wie bei der Verwesung.
So erhält die zusammengeschrumpfte Zeit, die inzwischen verstrichen ist, ihren genauen Ausdruck. Und der blonde Junge in Amandas Alter, der mehr Reginas Sohn ist als Dian, nicht nur, weil er eine ältere Geschichte mit ihr gemeinsam hat, steht in der Küchentür und hält Maulaffen feil. Und er macht sein übliches Gesicht, halb beleidigt darüber, dass er im wahren Leben nicht mitmischen darf und kann, halb hochmütig, weil er diesen ganzen Wahnsinn nicht miterleben muss, streckt er Amanda die Zunge heraus. Früher, bis zu ihrer Verbrennung, hatte sie ihn häufig gesehen. Er tauchte immer ganz plötzlich auf, wenn Amanda ihn am wenigsten gebrauchen konnte. Dass er ebenso plötzlich verschwand, störte sie dagegen nicht. War er ihr Zwillingsbruder, ihr zweites Ich, War er nur das, was Regina an ihrer Stelle gern gehabt hätte? Richard jedenfalls wusste nichts von einem zweiten Kind.

Und an dieser Stelle brach der Tagtraum wie üblich ab.
Es heißt, der Mensch kann sich an alles gewöhnen. Inzwischen wurde Amanda in gewisser Weise fertig mit diesem Tagtraum. Doch Gewöhnung stellte sich keineswegs ein.
Sie war zu dem Schluss gekommen: ”Man muss sich damit abfinden, dass bestimmte Schrecken unendlich viele Gesichter haben.” Das zeigte sich schon daran, wie dieser Tagtraum aus den verschiedensten Situationen und aus dem stehgreif hervor schießen konnte. Und er fühlte sich nie vollkommen gleich an. Amanda konnte sich immer gut an das erinnern, was sie nachts träumte. Darum wusste sie, dass sie dieser Albtraum bislang nie im Nachtschlaf heimgesucht hatte. Und sie konnte sich beim besten Willen nicht erklären, warum das so war. Und auch die Frage, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen war, konnte sie nicht beantworten.
Amanda konnte sich ganz still machen, wenn der Todesfall des Froschkönigs sie heimsuchte. So wirkte sie einfach nur abwesend. Äußerlich war sie vollkommen ruhig. Sie schloss die Augen. Die innere Bewegung, der Sog war umso heftiger. Und so kam nach dem Alptraum immer erst mal eine Leere. Manchmal fragte Amanda sich, ob es sich wirklich um eine echte Leere handelte. Es konnte genauso gut ein absolutes Schweigen über das sein, was im Zusammenhang mit dem Todesfall des Froschkönigs sonst noch so passiert war. Manchmal fragte sich Amanda aber auch, was schlimmer für sie war, der Alptraum, der sie unberechenbar immer wieder heimsuchte oder diese Leere, die vielleicht nichts weiter war als das versammelte Schweigen aller Schrecken, die nicht in diesen Alptraum passten. In der Zeit in der Jugendpsychiatrie, die erst seit zwei Wochen vorbei war, hatte sie in gewisser Weise gelernt, diese beiden Widersacher zu dulden. Sie hatte begriffen, dass diese beiden sie nicht wieder verlassen würden. Und sie hatte begriffen, dass sie sich wie alles im Leben immer wieder verändern würden. Also musste sie gute Miene zu diesem bösen Spiel machen.

Diesmal dauerte die Leere oder das gesammelte Schweigen nicht lange. Amanda öffnete die Augen. Sie sah sich um. Irgendetwas musste bald passieren. Denn niemand würde diese äußere Reglosigkeit noch lange ertragen können. Amanda blickte zur Tafel. Und plötzlich fiel ihr etwas ein, wie sie Bewegung in diese Situation bringen konnte. Sie stand langsam auf und ging nach vorn zur Tafel. Die anderen merkten die Veränderung aber erst, als sie direkt vor der Tafel stand und die Kreide in die Hand nahm. ”Der ordentliche Vierzeiler
Genòvieve ist hier das größte Arschloch!
Das weiß von uns längst jeder doch.
Nehmt sie beim Angeln gleich als Köder!
Sonst wird sie nur noch blöder.
Orca”
Sie trat einen Schritt zurück und inspizierte noch einmal beide Vierzeiler ganz genau. Ihre Erwiderung wirkte keineswegs so beeindruckend wie das, was Genòvieve in rot auf schwarz auf grün geschrieben hatte. Die Kreide war schließlich nur weiß. Und doch war es genau richtig so, wie sie es gemacht hatte. Auf dem Rückweg zu ihrem Platz hatte es Amanda nicht eilig. Und im Vorübergehen sah sie das Buch auf Genòvieves Pult liegen. Auch Amanda hatte gelesen, was ihre Mutter Regina geschrieben hatte.
”Ich kann nicht verstehen, warum 30.000 Leute 14.80 DM. Für diesen Schund berappt haben!” hatte sie zu ihrem Vater Richard gesagt, als sie zu ende gelesen hatte.
”Erwachen in einem Alptraum von Regina Rademacher Band 1001 aus unserer beliebten Serie Schicksalsjahre!” stand in hellblauer Schrift auf dem rosafarbenen Einband.
Und dann war da auch noch das Umschlagfoto. Natürlich sah Regina darauf ausgezeichnet aus. Zweidimensional wirkte sie immer hervorragend. Sie war blond und hatte hellblaue Augen. Regina Rademacher war vierzig Jahre alt. Ihr Gesicht war glatt und ihre Züge waren regelmäßig. Das Gesicht machte einen schönen und alterslosen Eindruck und zwar auf eine langweilige Art. Zumindest auf Fotografien konnten die Farbakzente des Make-ups diesen Eindruck stark mildern, sie ein interessant machen. Regina Rademacher war nie ein Model gewesen. Dazu war sie wohl zu klein. „Die ewige Prinzessin!“ sagte Oma Frederike, Reginas Mutter, häufig und das nicht nur, wenn sie Fotos von Regina sah. Und bei Amanda ging die Vorstellung, dass Regina ihrem Namen zum Trotz eine verwöhnte Prinzessin geblieben und bislang nicht zur Königin geworden war, so weit, dass sie beim Anblick von Fotos, die Regina allein oder mit anderen Personen zeigten, auf dem Kopf ihrer Mutter immer eine Prinzessinnenkrone sah. Und das war immer ein passendes Bild. Dass Genòvieve dieses Buch las, wunderte Amanda nicht. Wahrscheinlich hatte sie sich sogar ein Autogramm und eine Widmung schreiben lassen, als sie Regina im Tennisclub begegnet war.

Amanda saß schließlich wieder auf ihrem Platz. Sie machte sich ganz still und fühlte wie die Stille und die vergehende Zeit herumwaberten. Sie waren wie eine zähflüssige Chemikalie, die nicht so recht vorwärts kam, die sich nicht direkt an die Menschen heranwagte, die aber trotzdem aufdringlich und ätzend war. Warum konnte die Zeit auf der Welt nicht einfach von sich aus stehen bleiben vor allem, wenn so viel Unheil versammelt war, dass sie durch ihr Vergehen nicht zerstören konnte? Wer oder was außer der Zeit wäre denn überhaupt dazu fähig Unheil auszusitzen?

Diesmal war es Luchs, der zunächst vollkommen unbemerkt aufstand und zur Tafel ging und damit in diese zähflüssige Masse aus vergehender Zeit und Stille ein Loch riss. Luchs war ein hochgewachsener, magerer Junge. Er hatte dunkelrotes Haar, grüne, katzenartige Augen und eine sehr helle Hautfarbe. Allerdings zeigte sich keine einzige Sommersprosse auf seinem Gesicht. Er hatte seinen Platz direkt neben Amanda. So war es immer schon gewesen. Und Amanda war froh über seine Gesellschaft. Die meisten Menschen hassten ihn. Hass war wohl ihre einzige Möglichkeit darauf zu reagieren, dass er keine Gefühle zeigte. Es hatte keinen Sinn für ihn, Gefühle zu zeigen. Vielleicht hatte er irgendwann beschlossen, seine Gefühle zu bewachen. Vielleicht war es aber auch nach und nach dazu gekommen. Selbst Amanda, die ihn kannte, seit sie denken konnte, wusste es nicht. Nur wenige Menschen konnten die winzigen Zeichen spüren und deuten, die seine Empfindungen ausdrückten.

Luchs wollte die beiden Vierzeiler vernichten, obwohl sie in gewisser Weise unzerstörbar waren. Jeder, der sie gesehen hatte, würde sie nicht vergessen. Aber es war wirklich nicht nötig, noch mehr Menschen damit zu behelligen. Doch es entstand eine neue Leerstelle. Luchs wusste nicht, welchem Vierzeiler er zuerst ein Ende machen sollte.
”Na, hilft der brave Fiffi wieder Frauchen aus der Klemme?” meinte Germain Brech, der rechts neben seiner Zwillingsschwester Genòvieve saß.
”Halt’s Maul Brech! Es ist doch noch gar nicht ‚raus, wem der Luchs hilft. Wenn die uns als Vertretung z. B. das Erdmännchen, äh, Frau Erdmann schicken, und das Zeug ist noch nicht weg, dann hat dein Schwesterherz einen rabenschwarzen Tag. Denn die peilt, wie die Sache abgegangen ist und zwar schneller als ‚ne Sau den Baum ‚rauf kommt!”

Kaum hatte Hacker, der eigentlich Valentino Storni hieß, zu ende gesprochen, als die Tür aufging, und sich die kleine, graue Gestalt von Frau Erdmann im Türrahmen zeigte.

Frau Erdmann war wirklich eine kleine und auf den ersten Blick vollkommen unscheinbare Person. Aber sie verfügte über eine Art natürliche Autorität. Sie mochte die Schüler. Und es war schwer bis fast unmöglich, bei ihr so richtig in Misskredit zu geraten. Frau Erdmann grüßte beim Betreten des Klassenzimmers und erspürte die Situation. Doch sie machte um ihre Witterung zunächst kein Aufhebens. Sie ging zum Lehrerpult. Sie stellte ihre Tasche ab. Sie zog ihre Jacke aus und hängte sie über den Stuhl. Sie setzte sich. Sie holte ihren Kugelschreiber heraus und machte ihre Eintragung in das Klassenbuch. Alles das tat sie mit tiefer Gemütsruhe. Und diese Gelassenheit trug dazu bei, dass sich die unangenehme Situation, die in der Klasse herrschte zu klären begann. Erst als sie mit den Routinedingen fertig war, wandte sie sich an Luchs:
“Manni, geh‘ zu deinem Platz. Du hast ja eigentlich sowieso nichts gemacht und gar nichts damit zu tun.” Luchs folgte ihrer Aufforderung und kam zu seinem Platz zurück.
”Amanda, Genòvieve, macht das Zeug von der Tafel weg. Es ist wirklich nicht nötig, dass das da noch länger bleibt!”
Amanda stand auf ging zur Tafel, nahm den Schwamm feuchtete ihn an und wischte ihren Vierzeiler weg. Da sich die zähflüssige Stille,, die von den Mädchen und den Vierzeilern, die sie geschrieben hatten, hervorgerufen worden war, keineswegs vollkommen aufgelöst hatte, waren diese kleinen Geräusche sehr laut. Amanda machte sich gerade auf den Rückweg, als Germain meinte sich einmischen zu müssen.
”Frau Erdmann, meinen Sie nicht auch, dass es genügen würde, eine zu beauftragen, sich um die Tafel zu kümmern. Ökonomisch, zeitökonomisch, ist das nicht vernünftig. Zeit ist schließlich Geld. Und mein Vater sagt immer, dass an deutschen Schulen viel zu viel Zeit vertan wird mit Dingen, die gar nicht so wichtig sind, und dass viel zu wenig gelernt Wird.”
”Dann frag‘ deinen Vater doch mal, ob es zeitökonomisch vernünftig ist, seine Englischhausaufgaben nicht oder ziemlich unvollständig zu machen, eine Englischarbeit abzuliefern, die zwar nach zwanzig Minuten schon fertig ist, bei der aber die Hälfte der Aufgaben nicht oder nur ansatzweise gemacht wurden. Wenn dein alter Herr sich über meinen Unterricht beschweren will, sag‘ ihm ruhig, dass er jeder Zeit zu mir kommen kann. In dieser Sache geht es nicht um Zeitökonomie. Es geht um Konsequenzen. Also Genòvieve, was ist?” Genòvieve rührte sich nicht.
”Genòvieve, niemand wird dich drängen. Niemand wird dir einen Befehl erteilen. Niemand wird dich anbetteln. Aber alle werden warten, bis du tust, was du tun sollst!”

Zunächst reagierte Genòvieve immer noch nicht. Aber dann begann sich eine neue Stille im Klassenzimmer auszubreiten und besonders auf Genòvieve zu wirken. Diese Stille ähnelte dem Schweigen und der Ruhe, die vor einem Unwetter die Natur herrscht oder der aufmerksamen Stille, die von einem lauernden Raubtier ausgeht.Genòvieve war durchaus daran gewöhnt, das Interesse ihrer Mitmenschen auf sich zu ziehen, im Mittelpunkt zu stehen. Aber mit dieser Aufmerksamkeit war es etwas vollkommen anderes. Diese Aufmerksamkeit schien nicht ihr zu gelten. Sie galt eher der Konsequenz, die Frau Erdmann angesprochen hatte. Doch Genòvieve konnte dieser Aufmerksamkeit nicht ausweichen. Sie kam von allen Seiten und war unerbittlich auf sie gerichtet. Die Sympathie, die das Mädchen gewöhnt war, fand einfach keinen Platz mehr. Amanda schloss die Augen. Schließlich stand Genòvieve auf. Sie ging sehr langsam auf die Tafel zu. Sie stolperte sogar etwas auf ihren Stöckelschuhen.
”Also sind das doch die falschen Schuhe. Zumindest, wenn man plötzlich Konsequenzen tragen muss.” Dachte Amanda.
Sie hörte, wie Genòvieve die Pappe abriss, damit zum Papierkorb ging, und sie in ganz kleine Schnipsel zerfetzte. Dann ging sie mit etwas sichereren Schritten als zuvor zu ihrem Platz zurück. Nach einer kurzen Pause fragte sie in genervtem Ton, der ihre Stimme, mit der sie immer höher Sprach, als die natürliche Stimmlage war, einen noch unangenehmeren Klang gab: ”Und ist es jetzt wenigstens gut?”
”Nein, wie sollte es plötzlich einfach wieder gut sein? Aus einem Misthaufen wird nicht ohne weiteres ein Rosenbeet. Aber wenigstens ist es in gewisser Weise zu ende.”

Nach einem kurzen Blick in das Klassenbuch begann Frau Erdmann mit dem Unterricht. Amanda und Luchs nahmen an dieser Doppelstunde nicht teil. Normalerweise beherrschten die beiden die Kunst der Parallelbeschäftigung. Amanda hatte bislang keine Schwierigkeiten gehabt einen Aufsatz zu schreiben und sich ganz nebenbei die Bauanleitung für ein Modellschiff oder ein Möbelstück einzuprägen. Es fiel ihr normalerweise nicht schwer, sich einen Film über Afrika anzusehen und gleichzeitig Spielzüge für Streethokeypartien zu entwickeln und aufzuzeichnen, die sie dann Luchs zur Bewertung vorlegte, nachdem er sich zuvor mit einem Artikel über Astronomie befasst hatte. An diesem Morgen konnte diese Technik aber nicht zum Einsatz kommen. Sie waren fast unendlich weit von alledem, was sich um sie herum abspielte, entfernt. An diesem Morgen machten sie gar nicht erst den Versuch, sich in das normale Geschehen einzuklinken. Sie waren einander lange nicht begegnet. Es war viel passiert. Und es gab viel auszutauschen. Das, was vor dem Unterricht geschehen war, hatte dafür gesorgt, dass es jetzt nötig war, sich mit allem zu beschäftigen. Warum es plötzlich so dringlich geworden war, hätte Amanda nicht sagen können. Aber es war auch nicht wichtig. Denn irgendwann hätten sie sich ohnehin um alle diese Dinge kümmern müssen.

Früher hatten sie höchstens technische Skizzen oder Spielverläufe für Streethokey ausgetauscht. Amanda war es immer merkwürdig vorgekommen, Briefchen unter dem Tisch durchzureichen. Ein Klassenzimmer war einfach kein Ort für Geheimnisse. Die Tinte war noch nicht trocken und alle wussten bescheid. Aber Luchs und Amanda waren an diesem Morgen einfach zu weit weg, die anderen hatten auch erst einmal genug erlebt, um sich Gedanken über die Belange von Mitschülern machen zu können, die zum Glück auch ganz hinten in der Klasse saßen.

”Ich bin sehr froh darüber, dass du endlich wieder da bist! Alle im Rudel sind erleichtert darüber. Wir haben beschlossen, dich wieder zum Trainer und zum Captain unserer Mannschaft zu machen.”
”Ich bin auch froh darüber, endlich wieder bei euch sein zu können. Und ich kann dir gar nicht sagen, wie erleichtert ich darüber bin, dass weder dieser Bildungsbunker, noch die alte Hexe, die deine Großmutter ist, dich klein gekriegt haben. Wie geht es dir? Gibt es etwas Neues?”
Luchs schrieb langsam. Als Amanda schließlich den Zettel wieder bekam, um ihn zu lesen, kam es ihr so vor, als habe Luchs so lange gebraucht, weil er zunächst seine Antwort hatte bis auf die nackten Fakten ausziehen müssen, um danach seine Gefühle sorgfältig zwischen den Zeilen unterzubringen. Das war ein gutes Versteck. Wenn doch jemand diesen Zettel finden sollte, wäre er oder sie nicht in der Lage, seine Empfindungen darin zu finden. Doch für Amanda lag alles klipp und klar in und zwischen den Zeilen.
Die Langsamkeit hatte viel mit dieser Strategie, die alles andere als ein Versteckspiel war, zu tun. Daher nahm sich Amanda so viel Zeit als möglich, um seine Antwort zu lesen, als er ihr das Blatt schließlich gab.
”Jetzt ist es amtlich. Unser alter Herr wird aus dem Knast entlassen. Aber nur die Großmutter weiß, wann er wieder kommt. Sie hat eine Wohnung gesucht. Jedenfalls behauptet sie das. Und sie hat ziemlich schnell eine gefunden. Es ist die Dreizimmerwohnung, in der wir ganz früher waren. Sie hat sie gleich in seinem Namen angemietet. Der Zorro und ich haben das teil in den Herbstferien renoviert. Es war ziemlich heruntergekommen. Vielleicht stand sie die ganze Zeit leer.”

Wenn diese Wohnung tatsächlich all die Jahre unbewohnt gewesen war, lag es daran, dass jeder in der Gegend wusste, dass es dort zuletzt einen gewaltsamen Todesfall gegeben hatte. Wenn diese Wohnung ein ganzes Jahrzehnt leer gestanden hatte, wehte dort nur der Atem dieser Katastrophe. Was konnten da ein paar Eimer mit Farbe schon ausrichten, die Luchs und sein älterer Bruder auf Wände und Decken gebracht hatten? Angeblich waren die Wohnungen in dem Haus vor zweieinhalb Jahren in Eigentumswohnungen umgewandelt worden. Aber woher sollte die alte Frau, die allem Anschein nach von einer Witwenrente lebte, das Geld für einen Immobilienkauf haben? Es musste wohl so sein, dass der Eigentümer das Objekt wieder vermietete, da er wie alle in der Umgebung bescheid wusste, nicht in dieser Wohnung leben wollte und froh war, einen Mieter gefunden zu haben.

Amanda war davon überzeugt, dass Luchsens Großmutter irgendwo einen Platz gefunden hatte, um die Möbel ihres Sohnes unterzubringen, um sie im Fall des Falles, der jetzt bald eintreten sollte, wieder für Luchs, seinen Bruder und ihren Vater aufzustellen. Das Wort vielleicht hätte Luchs gar nicht erst auf den Zettel schreiben müssen. Denn er hatte mit Sicherheit Recht. Auch davon war Amanda überzeugt. Obwohl er keine Gefühle zeigte, vielleicht aber auch gerade deshalb, hatte Luchs ein untrügliches Gespür für solche Dinge. Und schließlich war er derjenige, der auf die schrecklichste Art in diese Sache verwickelt war.

Amanda kannte Luchs schon länger als sie denken konnte. Er war Zeit seines Lebens sehr zurückhaltend gewesen. Doch dann hatte sich alles so geändert, dass auch Amanda sich erst daran gewöhnen musste, wie still Luchs wurde. Luchs, den damals alle Kinder noch Manni nannten, war vor zehn Jahren mehrere Tage nicht in den Kindergarten gekommen. Seine Großmutter brachte nur seinen Cousin, der in einer der anderen Gruppen war, jeden Morgen und holte ihn mittags ab. Vorher hatte sie sich mit Mannis Mutter morgens und mittags abgewechselt. Als Amanda schließlich zu dem Haus gegangen war, wo Manni gewohnt hatte, war ihr nicht geöffnet worden. Dann war sie zwei Häuser weiter gegangen, wo seine Großmutter gelebt hatte. Als sie geklingelt hatte, wurde durch die Gegensprechanlage gefragt: ”Wer ist da?” Aber die alte Frau hatte ihr einfach die Tür nicht geöffnet, nachdem sie geantwortet hatte. Irgendwann war Manni wieder gekommen, stiller als je zuvor. Zur Begrüßung hatte er der Kindergärtnerin nur zugenickt und hatte kein einziges Wort gesagt. In gewisser Weise hatte sich nichts geändert. Und das war ganz besonders schlimm gewesen. Manni, Luchs, hatte getan, was er immer so tat. Er hatte gemalt, er hatte gebaut, er hatte gefrühstückt, aber er hatte nichts gesagt und zwar zu niemandem. Die Kinder durften immer frühstücken, wann sie wollten. Und da ihn außer Amanda niemand in der Gruppe mochte, war es häufig vorgekommen, dass Luchs alleine am Tisch gesessen hatte, oder dass sie nur zu zweit gewesen waren. An diesem Morgen hatte Amanda genau darauf geachtet mit ihm zu essen, damit sie danach mit ihm zusammen in den Waschraum gehen musste, um sich die Hände zu waschen und die Zähne zu putzen. Als sie auch mit dem Zähneputzen fertig gewesen waren, war Amanda zur Tür gegangen, hatte sich fest mit dem Rücken gegen die Tür des Waschraums gelehnt und hatte mit der Linken Hand von unten gegen die Klinke gedrückt, damit keiner hereinkommen konnte.
”Was ist denn passiert?” hatte Amanda so leise als möglich gefragt. Doch trotzdem hatte ihre Frage laut in dem Raum widergehallt. Waschräume und Toiletten In Kindergärten, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden sind keine Orte, um über wirklich wichtige Dinge oder sogar Geheimnisse zu sprechen. Mit ihren vielen glatten Flächen und der zur Schau gestellten Sauberkeit, scheinen sie für Klänge, mit denen sie ihrer Natur nach gar nichts zu schaffen haben, nichts anderes als Verrat hervorbringen zu können. Auch seine Antwort hatte jenen unangemessenen Hall bekommen. Es war fast so gewesen als wären sie sehr weit voneinander entfernt, als hätte sie jeder andere hören können nur nicht der Freund oder die Freundin, von dem oder von der man keine Armeslänge weit weg stand. Luchs sprach langsam und sachlich:
”Am Samstag hat es Streit gegeben. Der Papa hat der Mama eine Flasche auf den Kopf gehauen. Sie ist umgefallen. Sie blieb liegen. Sie stand nicht wieder auf. Eher stand zuerst nur da. Dann ging er aus der Küche. Im Schlafzimmer hat er Sachen gepackt. Dann ging er ‚raus und hat die Tür hinter sich abgeschlossen. Es wurde Nacht. Es wurde Morgen. Es wurde Mittag. Es wurde Nachmittag. Es wurde Abend. Irgendwann hat die Frau Weiler von gegenüber die Tür aufgeschlossen. Sie hat mich gesehen. Sie hat die Mama gesehen. Sie hat die Polizei angerufen.” ”Und wo wohnst du jetzt?”
”Bei der Großmutter!”
”Bei deiner Oma?”
”Sie will, dass wir Großmutter sagen!”
”Ich bin froh, dass du wieder da bist!”
”Und ich bin froh, dass du auch noch da bist!”
Amanda hatte es sehr verdächtig gefunden,dass eine alte Frau freiwillig und sogar absichtlich auf den freundlichen Ehrentitel Oma verzichtete. Gemocht hatte sie die Frau mit ihrer strengen Frisur nie. Aber seit diesem Morgen verabscheute sie sie wirklich abgrundtief. Amanda schrieb ihren Alptraum auf den Zettel:
”Ohne die Filme kannst du mir sowieso nichts anhaben!” Quakt der Froschkönig. Und dann lacht er auch noch so. Er legt seine Hand fest auf meinen Arm. – Gefrierbrand! – Ich warne ihn. Er verhöhnt mich weiter. Er legt seine Hand noch fester auf meinen Arm. Er versucht mich gegen die Küchenwand zu drängen. Ich nehme all meine Kraft zusammen. Ich stoße ihn von mir weg. Er fällt auf das Schachbrettmuster des Fußbodens. Er bleibt liegen. Die Gewissheit seines Todes sickert durch die Ewigkeit einer Sekunde zu mir herüber und durch mich hindurch. – Brandfrost! - Ich schließe die Augen. Ich öffne sie aber gleich wieder. Und er liegt immer noch da auf den schwarzweißen Fliesen. Sein Grinsen ist auch immer noch da. Aber es ist verschoben. Denn sein Fleisch ist zurückgegangen und ausgetrocknet wie bei der Verwesung.

Und der blonde Junge in meinem Alter, der mehr Reginas Sohn ist als Dian, nicht nur, weil er älter ist als er, steht in der Küchentür und hält Maulaffen feil. Und er macht sein übliches Gesicht, halb beleidigt darüber, dass er im wahren Leben nicht mitmischen darf und kann, halb hochmütig, weil er diesen ganzen Wahnsinn nicht miterleben muss, streckt er mir die Zunge heraus.
Ich habe auch schon jemanden auf dem Gewissen. Mich unterscheidet wohl nichts von deinem alten Herrn! – Was sollte da einen Unterschied machen?”

Amanda schob den Zettel langsam über das Pult. Während sie das tat bereute sie es bereits, ausgerechnet den Luchs Mit diesen Anfällen zu behelligen kam ihr gemein und unfair vor. Schließlich musste er in aller nächster Zukunft genug ertragen und er hatte in den dreizehn Jahren seines Lebens ohnehin schon mehr erduldet, als die meisten in ihrem ganzen Leben. Andererseits gab es zurzeit niemanden außer Luchs, bei dem diese Angelegenheit gut aufgehoben war. Richard kam zurzeit für derart persönliche Angelegenheiten nicht in frage. Denn Regina hatte ihren Kontakt wieder einmal ausgedünnt. Sie durften einander nur alle vierzehn Tage in ihrem Beisein begegnen. Und die Treffen hatten in jenem Snobistenbau stattzufinden, in dem Amanda, Regina, ihr neuer Macker Ignatz-Melchior Brech und Amandas Halbgeschwister wohnten, und den Regina von ihrem verstorbenen Mann, dem Froschkönig geerbt hatte. Unter diesen Umständen waren wirklich wichtige Gespräche unmöglich.

Luchs las langsam, was Amanda geschrieben hatte. Dann machte er eine Pause, bevor er ebenso langsam seine Antwort aufschrieb. Er überprüfte jedes einzelne Wort, nachdem er es zu Papier gebracht hatte, und als er fertig war, las er alles noch einmal sorgfältig durch. Erst dann schob er den Zettel vorsichtig zu Amanda hin. In der ganzen Zeit zeigte sich keinerlei Gefühlsregung auf seinem Gesicht oder in der Körperhaltung. Als Amanda zu lesen begann, legte Luchs seine linke Hand auf ihre rechte, was für Außenstehende lediglich wie eine versehentliche Berührung wirkte. Dass Luchs seine Hand nicht wegnahm, während Amanda las, was er für sie geschrieben hatte, vermittelte nach außen den Eindruck, dass der Junge einfach vergaß, seine Hand wieder wegzunehmen. In Wirklichkeit jedoch wurde Amanda wieder einmal jenes tiefe Mitgefühl zuteil, über das Luchs verfügte, das aber von einer Art war, die von den meisten Menschen nicht bemerkt wurde. ”Ich denke, mir sind auf die Schnelle nicht alle Unterschiede eingefallen.
Du warst in die Enge getrieben mein Vater nicht. Du hast den Froschkönig vorgewarnt mein Vater hat meine Mutter nicht gewarnt. Weil es eine ganz andere Vorgeschichte war, hast du dich gegen den Froschkönig verteidigt, obwohl du größer und stärker warst als er. Mein Vater hat sich nicht verteidigen müssen. Du hast ausschließlich deine Körperkraft eingesetzt. Er hat sich eine Waffe geschnappt. Und weil du so auf dich selbst gestellt warst, hast du die Folgen mehr zu spüren bekommen als mein Vater, obwohl der für zehn Jahre in den Bau gekommen ist. Du bereust, was passiert ist, mein Vater versteckt sich vor der Reue. Er glaubt, dass ihm das alles einfach so passiert ist, sich ergeben hat. In beiden Fällen liefen in diesem einen entscheidenden Augenblick die Fäden der Vorgeschichten zusammen. Diese Tatsache spielt aber als Gemeinsamkeit keine Rolle, weil es um zwei ganz unterschiedliche Sachen ging. Mehr fällt mir im Moment nicht ein.” “Danke!!!!”

Das war erst einmal alles. Und es war erst einmal mehr als genug.

Über Texthase Online

Diesen Blog führe ich seit dem 16. November 2012. Als Autorin benutze ich das Pseudonym Paula Grimm. In diesem Blog findet Ihr nicht nur Prosatexte, Haikus und Essays sondern auch Wissenswertes über das Schreiben, Barrierefreiheit, Internetshops und Webseiten, die ich bei meinen Streifzügen durch das Web finde und alles, was mich privat und beruflich interessiert. Christiane (Texthase Online)
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4 Antworten zu 01. Schreibsachen (Romananfang des ORcaprojekts)

  1. Follygirl schreibt:

    Oh…. irgendwie bin ich sprachlos.
    Sehr gut geschrieben!! ..ich muß es erst mal sacken lassen…
    LG, Petra

  2. Pingback: Personen in Paulas Prosa II. - Kontaktpflege und ihre Folgen | Lesbar und Texterei von Texthase Online

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