Bloggeralarm für Texthase Online

Guten Tag Ihr Lieben,

jeder Blogger möchte, dass sein Blog Leser findet, und Leser seinen Blog finden. Nützliche Helfer sind dafür Blogverzeichnisse. Man kann diese Portale auch als Adressbücher für Blogs bezeichnen. Da ich dieses Blog beruflich und privat nutzen möchte, hatte ich mich am Wochenende auf die Suche nach einem Blogverzeichnis gemacht, um mein Blog so früh als möglich mit Hilfe eines Blogverzeichnisses bekannt zu machen. Zu viel Jäger sind der Hasen tot.Ich war wirklich erstaunt bis entsetzt, wie viele Blogverzeichnisse inzwischen zu finden sind. Aber Texthase Online lebt noch. Und es fand sich heute dann auch schon das passende Blogverzeichnis. Denn viele Portale kommen für „Jungblogs“, zu denen dieses Blog ja auch noch zählt, nicht in Frage. Häufig nehmen Blogverzeichnisse nur Blogs, die vier Wochen und älter sind, auf und kamen für Texthase Online nicht in Betracht.Andere wiederum kommen für blinde und sehbehinderte Nutzer, die wie ich nur selten sehende Hilfe haben, nicht in Frage, da zur Registrierung visuelle Codes (CAPTCHAS) verwendet werden müssen. Unter den Suchergebnissen war Gott sei Dank auch das Blogverzeichnis Bloggeralarm. Es gehört übrigens zu WordPress oder ist mit diesem Blog- und Homepageanbieter zumindest verbunden. Die Registrierung als Nutzer und die Eintragung von Blogs und Homepages ist ganz einfach. Nach der Anmeldung mit dem gewünschten Benutzernamen und einer gültigen Emailadresse bekommt man ein vorläufiges Passwort, das man direkt ändern sollte. Für den Blogeintrag stehen vier Pakete zur Verfügung. Man kann seinen Blog kostenlos, mit dem Bronce- Silber- oder Goldpaket eintragen. Bronze kostet 50, Silber 75 und Gold 100 €. Wenn man sein Blog kostenfrei einträgt, ist man verpflichtet einen Text- oder Bildlink auf der eigenen Webseite zu integrieren. Die Formulare zur Registrierung als Nutzer und für den Eintrag des Blogs sind übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Mitteilungen über die vorgenommenen Einträge erfolgen zeitnah. Bei Blogverzeichnissen ist es üblich, dass Blogger auch mehrere Blogs eintragen können. Das ist selbstverständlich auch bei Bloggeralarm möglich. ich bin gespannt, wie viel Alarm der Bloggeralarm für Texthase Online schlägt! Aber alles macht für den Anfang einen sehr guten Eindruck und darum gebe ich hier den Backlink weiter, den ich nach dem Eintrag meines Blogs erhalten habe. XXXmania.org
Ich wünsche Euch allen viel Erfolg, viele Leser und viel Freude bei der Bloggerei!

Liebe Grüße

Christiane (Texthase Online)

Ausflug in die Dichtkunst – Haikus – Mutters Urnengrab

Guten Tag Ihr Lieben,

diese kleine Sammlung von Haikus ist ein Ausflug in die Dichtkunst. Doch es bleibt ungereimt wie eh und je. Drei Zeilen sind der Dreischritt für Kopf, Herz und Hand. Ob dieser Dreiklang zumindest manchmal gelungen ist? – ,

MUTTERS URNENGRAB

Dein Grab ohne Stein,

wo Gras und Blumen blühen,

ist jetzt dein Garten.

Dein Grab ohne Stein.

Gräser und Blumen blühen.

Liebevoll bedeckt!

Dein Grab ohne Stein.

Gräser und Blumen blühen.

Von Leben bedeckt!

Dein Grab ohne Stein.

Gräser und Blumen blühen.

Friedlich zugedeckt!

Dein Grab ohne Stein.

Ruhe in vertrautem Gebiet.

In einem Garten!

Ein Grab ohne Stein.

Bei Blumen, Bäumen und Gras,

ist dein Herzenswunsch.

Dein Grab ohne Stein.

Keine Hecke heckt was aus!

Blumen blühen dir!

© Paula Grimm, April 2012 2011

Liebe Grüße

Paula

Ohrenschmaus für die Adventszeit und Weihnachten

Hallo Ihr Lieben,

mir ist gerade eingefallen, dass morgen der 01. Dezember ist. Und ich freue mich darauf. Denn ab morgen gibt es den Adventskalender de Evangelischen Landespfarramts für Blinden- und Sehbehindertenseelsorge im Rheinland. Unter der Webadresse http://www.ebess.de kann man jeden Tag ein Türchen des akustischen Advents- und Weihnachtskalenders öffnen. Der Landespfarrer für Blinden- und Sehbehindertenseelsorge Holger Johansen und der Musiker Joi Bausch haben 26 Leckerbissen für die Ohren produziert. Und wer Ohren hat, der lausche und genieße. Musik kennt bekanntlich keine Grenzen und ist eine eigene vielseitige Sprache. Und den beiden Musikern ist kein Musikgenre fremd. Da ist von allem was dabei. Und das gilt auch für die Inhalte der Texte. Lebensfreude, Besinnung etc sind auch in den Texten von Holger Johansen enthalten. Mit dem üblichen Schmus zur Advents- und Weihnachtszeit ist nicht zu rechnen. Doch von dem, was ich so gehört habe, kann ich sagen, dass natürlich auch das Herz dabei ist. Der Advents- und Weihnachtskalender ist etwas für aufmerksame und aufgeschlossene Hörer, die die schöne Tradition, dass jeden Tag eine kleine Überraschung wartet, mögen, die aber auch Spaß an neuen Impulsen haben. Als Kalender für die Ohren enthält die Geschenkebox für den Advent selbstverständlich keine überflüssigen Kalorien. Und er ist frei von gefährlichen Aromen aus Ölprodukten wie so mancher andere Kalender für die Zeit vor Weihnachten. Ich wünsche Euch viel Vergnügen mit dem Adventskalender auf http://www.ebess.de und eine vielseitige und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit! Und natürlich ist dieser Kalender nicht nur für blinde und sehbehinderte Computernutzer gemacht. – „Auch, wo man sieht, ist hören keine Schande!“ 😉

Liebe Grüße

Christiane (Texthase Online)

Der Literaturtreff und anderes Lesefutter der DZB

Guten Tag Ihr Lieben,

der Anlass für diesen Artikel ist das 25. Jubiläum der Punktschriftzeitschrift Literaturtreff. Dieses Magazin erscheint wöchentlich. Der Jahresbezugspreis beträgt 62,40 €. Viele Jahre erschien das Literaturmagazin im Großformat. Zu Beginn des Jubiläumsjahrgangs wurde das Format auf das handlichere DIN a4-Format umgestellt. In der Literaturzeitschrift erscheinen Romane und längere Erzählungen in Fortsetzung. So konnten die Leser im Jahr 2011 den bekannten Roman Accabadora von Michela Murgia und das Buch alte Liebe von Elke Heidenreich und Bernd Schröder lesen. In der abwechslungsreichen Literaturliste für 2013 ist Michela Murgia übrigens wieder im Programm und zwar mit ihrem Erzählungsband „Elf Wege über eine Insel“. Mehrere historische Romane, z. B. „Davon, frei zu sein“ oder auch der Wenderoman von Sascha Lange: „Das wird mein Jahr“ sorgen im kommenden Jahr für interessante und vielseitige Unterhaltung im Literaturtreff.

Der Literaturtreff ist nur ein Beispiel für das, was die Deutsche Zentralbücherei für Blinde in Leipzig blinden und sehbehinderten Menschen zu bieten hat. Auf der Homepage: http://www.dzb.de stellt sich die Bibliothek mit ihrem umfangreichen Hörbuch- und Punktschriftangebot vor. Dort findet man das vielfältige Verlagsprogramm mit Hör- und Punktschriftzeitschriften, die man unter der Emailadresse Abo@dzb.de bestellen kann, ebenso wie das vielseitige Sortiment der Hör- und Punktschriftbühcher, die kostenfrei entliehen werden können. Studio und Punktschriftdruckerei beiten auch einen Aufle- und Punktschriftservice an, bei dem beispielsweise Blindennoten gedruckt werden können.

Mit den Ohren oder Fingern lesen macht Spaß, und die DZB bietet dazu einen umfangreichen und empfehlenswerten Service.
„Auf zu immer neuen Büchern!“

Liebe Grüße

Christiane (Texthase Online)

Hildes Todesfall – Kurzgeschichte

Guten Tag,

dieser Artikel enthält eine Geschichte, die bereits aus dem Jahr 2003 stammt. Obwohl ich sie mir noch einmal durchgelesen habe, lasse ich sie jetzt einfach so stehen, wie sie war und bin gespannt, wie sie nach so langer Zeit auf Leser wirkt.

Hildes Todesfall

„Die Hilde ist plötzlich aufgestanden und auf eine junge Frau zugegangen. Die stand mit Freunden ziemlich nah bei den U-Bahngleisen. Die jungen Leute stritten darum, was sie mit dem Freitagabend anfangen sollten. Die Hilde hat die junge Frau gegrüßt. Jedenfalls nehme ich das an. Verstehen konnte ich nichts. Sie machten gerade wieder eine Durchsage. Doch, die Hilde hat sie gegrüßt, schüchtern, wie wir das machen, wenn wir Leute treffen, die wir von früher kennen. Die junge Frau hat auch etwas gesagt. Und eine Bewegung mit dem Arm hat sie gemacht. Die Hilde wankte, fiel ins Nichts, während die Linie 12 einfuhr. Und plötzlich fielen die Geräusche ineinander, wurde zu einem mächtigen Geräusch. Da macht man die Augen zu oder guckt weg, weil das Geräusch mit einem Mal so mächtig, übermächtig, ist, dass man erst mal genug hat.““ „Fiel ins Nichts, so ein Quatsch! Halt dein versoffenes Maul Alte!“
Inge antwortete nicht auf die Beschimpfung des jungen Mannes. Er war wie die anderen jungen Leute instinktiv zurückgewichen und stand jetzt unmittelbar neben Inge, die immer noch auf der Bank saß, auf der sie bis vor wenigen Sekunden, bis vor einer halben Ewigkeit, mit Hilde gesessen hatte. Sie sah nicht zu den Gleisen hinüber. Sie wusste, dass es dort nichts zu sehen gab, was sie verstehen konnte. Sie betrachtete die jungen Leute. Der junge Mann, der sie beschimpft hatte, war seiner Haltung nach der unumstrittene Anführer.
„Also hat der bloß eine dicke Lippe riskiert, weil die Anderen es von ihm erwartet haben, vorsichtshalber sozusagen!“ dachte Inge.
Es war das typische Cliquenverhalten. Aber waren sie nicht alle doch schon ein bisschen zu alt für eine typische Clique? Hilde wusste aber, dass man sich immer so leicht verschätzte, weil die Meisten immer anders wirken und sein wollten,als sie waren. Alle waren sorgfältig zurecht gemacht. Inge konnte sich nicht daran erinnern, jemals so aufgetakelt gewesen zu sein, obwohl sie auch bessere Zeiten erlebt hatte als diese, wesentlich bessere Zeiten. Dieser junge Mann und seine Freunde mussten nicht wissen, warum Inge mit sich selbst geredet hatte. Sie wollte doch nur begreifen, was passiert war, und was vorging. Für den Anfang musste dazu wohl eine einfache logische Kette genügen.
„Fremde Leute beschimpfen, aber die ganze Zeit nur auf die Armbanduhr starren. – Dich meinen und dich doch nicht meinen, so ein feiger Hund!“

Leute von der Feuerwehr, dem technischen Hilfswerk und der Polizei trafen ein.
„Guten Abend! Die Station muss geräumt werden, wenn Sie bitte so freundlich wären, uns nach oben zu begleiten, damit wir Ihre Personalien aufnehmen können,und Sie uns freundlicherweise erklären können, was Sie gesehen haben!“, sagte eine junge Polizeibeamtin zu ihnen. Und Inge rappelte sich auf. Gerade das Aufstehen war für Inge seit einiger Zeit doch sehr beschwerlich. Aber einmal in Gang gekommen, wurde es zumindest etwas leichter.
„Warum sollen wir mitkommen? Wir haben mit dieser, äh, Sache nichts zu tun!“ beschwerte sich der Anführer stellvertretend für alle Cliquenmitglieder. Die Baltin würdigte er zwar eines Blickes, war aber ansonsten nicht freundlicher als zu Inge.
„Wir wollen nur Ihre Zeugenaussagen aufnehmen!“ erklärte die Beamtin ruhig. Und die jungen Leute folgten den Beamten, wenn auch widerwillig zur Rolltreppe, die ins Zwischengeschoss der U-Bahnstation fuhr. Inge bildete das Schlusslicht.

Als sich Inge auf die Rolltreppe stellte, musste sie an etwas denken, dass Hilde gesagt hatte:
„Es ist ganz egal, wann man mit der Rolltreppe fährt, die Luft, die von der Klimaanlage hier ‚runtergeschubst wird, beißt immer. Ob sie warm oder kalt, feucht oder trocken ist, sie beißt, weil sie einfach nicht nach unten will.“
Und sie waren die Letzten, die ihr das verübelten, obwohl oder gerade, weil sie selbst, sich die meiste Zeit, fast freiwillig, unten aufhielten. In das Mittelgeschoss trauten sie sich häufiger. Denn dort gab es mehrere Imbissbuden und Bäckereien. Manchmal war Hilde aber auch allein auf Beutezug gegangen. Denn sie hatte ein sehr gutes Auge für Leute, die etwas übrig ließen. Und sie konnte unauffällig und geduldig wie eine Katze, die auf Beute lauert, warten, bis etwas für sie abfiel.Nach oben, auf den Markt, gingen sie nur, wenn sie unten vertrieben wurden, was inzwischen nicht mehr ganz so häufig vorkam, wie noch vor ein paar Monaten. Oben hatten andere ihr Revier. Und deshalb ging Inge auch an diesem Abend nur zögernd auf die Rolltreppe, die ganz nach oben führte. – Ganz nach oben?

Auf dem Markt angekommen, führten die Beamten die Gruppe zu einem Polizeiwagen. Inge blieb etwas abseits stehen und wartete darauf, von de Polizisten irgendwann befragt zu werden. Sie stand im Licht einer Straßenlaterne. Die Lampe spendete ein orangefarbenes Licht. Es regnete. Inge war froh darüber, nicht unter einer Laterne mit weißgrünlichem Licht zu stehen. In diesem Licht hätte sie wie eine Wasserleiche ausgesehen. Inge erinnerte sich plötzlich daran, wie es gewesen war, als sie noch eine eigene Wohnung in einem Mietshaus gehabt hatte, und wie es ausgesehen hatte, aus einem höheren Stockwerk bei Regenwetter auf diese orangefarbenen Lampen zu sehen. Vo da oben hatte es ausgesehen, als wäre es kein Regen,sondern fließendes Gold, was sich auf die Straße ergoss.
„So weit nach oben, dass ich das noch mal sehen kann,komme ich wohl nicht mehr. Und so allein,ohne die Hilde, bin ich inzwischen auch ein zu großer Angsthase, um so weit oben und so normal zu sein. Aber war die Hilde überhaupt jemals so weit oben gewesen, um nachts von oben auf die Orangefarbenen Laternen und den Regen gucken zu können?“
Wahrscheinlich hatte Hilde diesen Anblick nicht gekannt. Denn Hilde kam ursprünglich aus dem Umland der Großstadt, wo alles kleiner und weniger glanzvoll gewesen war. Diese eher ländliche Umgebung hatte Hilde gefallen. Sie hatte häufiger davon gesprochen, von den Gärten z. B. Aber von der Familie, die sie gehabt hatte, und die zerbrochen war, hatte sie dagegen kaum etwas erzählt. Hilde hatte einen Mann gehabt und zwei Kinder. Die Kinder waren inzwischen erwachsen. Die beiden hießen Niels und Nina und kamen, wie Hilde gemeint hatte, Gott sei Dank auf ihren Vater.
„Hilde, erinnerst du dich noch an das Gespräch von von den beiden jungen Frauen, die auf die Vier warteten und sich gefragt haben,warum man so oft nicht zu anderen Menschen durchkommt, warum man so oft nicht verstanden wird. Und wie die Eine zu der Anderen sagte dass jeder Mensch eben eine eigene, ganz andere Welt ist. Und dann kam ihre Bahn und du hast gesagt:
„Wenn das stimmt, dann ist jeder hier unten eine eigene, ganz andere Unterwelt.“ Und recht hast du gehabt. Und weil das stimmt, musstest du weder mir, noch sonst jemandem alles von deiner puckligen Verwandtschaft erzählen.“

Es dauerte seine Zeit, bis die Beamten, die sich von der Ungeduld der jungen Leute nicht aus der Ruhe bringen ließen,die Personalien und Zeugenaussagen aufgenommen hatten. Die jungen Leute bekamen Termine, zu denen sie sich auf dem Präsidium melden sollten. Und als das vorbei war, standen sie plötzlich alle da, scharrten mit den Füßen, sahen sich in der Gegend um blickten auf ihre Uhren, beschäftigten sich mit dem Inhalt ihrer Taschen oder mit ihrer Aufmachung und konnten auf die Schnelle, an die sie normalerweise gut gewöhnt waren, ihre Unternehmungslust nicht wieder finden.
Die junge Beamtin kam mit ihrem Kollegen auf Inge zu. Und Inge kam das Gesicht der jungen Frau immer bekannter vor. Schließlich mussten sich die Beamten im Bereich der U-Bahnstation gut auskennen, denn hier gab es für sie häufiger etwas zu tun. So kannten sie auch Hilde und Inge, zumindest den Namen nach, und deshalb war Inge keineswegs verwundert, dass die Beamtin zu ihr sagte: „Guten Abend, Inge!“
„Guten Abend! Wissen sie vielleicht, ob die Hilde noch lebt?“
„Die Leute vom technischen Hilfswerk und der Feuerwehr sind noch da unten beschäftigt, aber sie wissen schon, dass die Hilde tot ist. Du hast sie doch gut gekannt, die Hilde!“
„Lieber Gott mach‘, dass die Hilde jetzt so weit unten ist, dass sie nicht noch weiter nach unten fallen muss. Und sei ihrer Seele gnädig!“
Später konnte Inge beim besten Willen nicht mehr sagen, ob sie das Gebet vor sich hingesprochen hatte oder nicht.Aber jedenfalls kam sie damit dazu, sich so weit zu sammeln, um mit der Beamtin weiter sprechen zu können.
„Ja, wir waren seit einem Jahr befreundet. und so lange kannte ich sie auch, na, jedenfalls so ungefähr. Ich weiß aber nicht, wie die Hilde weiter hieß. Bei uns verliert man den Nachnamen zuerst. Ich weiß nur, weil sie das irgendwann gesagt, dass sie nicht so hieß wie der Mann, den sie mal gehabt hat.“ „Und was ist eben passiert?“
„Die Hilde ist plötzlich aufgestanden und auf eine junge Frau zugegangen. Die stand mit Freunden ziemlich nah bei den U-Bahngleisen. Die jungen Leute stritten darum, was sie mit diesem Freitagabend anfangen sollten. Die Hilde hat die junge Frau gegrüßt. Jedenfalls nehme ich das an. Verstehen konnte ich nichts. Sie machten gerade wieder eine Durchsage. Doch die Hilde hat sie gegrüßt, schüchtern, wie wir das machen, wenn wir Leute treffen, die wir von früher kennen. Die junge Frau hat auch etwas gesagt. Und eine Bewegung mit dem Arm hat sie gemacht. Die Hilde wankte, fiel ins Nichts, während die Linie 12 einfuhr.“ „Hat die junge Frau sei gestoßen? Ist sie verantwortlich für den Sturz?“
Die Fragen waren naheliegend und berechtigt. Das spürte Inge sofort. Aber das half nicht bei der Beantwortung der fragen. Schließlich fand Inge in ihrem Wortschatz Begriffe für Antworten,Die zumindest einigermaßen taugten.
„Ein Gericht wird in dieser Sache nicht finden können, um herauszufinden, wer oder was Schuld ist, nehme ich an. Aber Schuld gibt es wohl schon, alte Schuld, Ungerechtigkeit, die neu geworden ist, durch die Verleumdung und die Abweisung, die Hilde erfahren hat. Die beiden hätten auch viel weiter voneinander weg stehen können. Verleumdung und Abweisung machten den Arm lang genug für eine Berührung, die die Hilde einfach ins Wanken bringen musste, zu Fall bringen musste. Die Hilde war überhaupt nicht unberührbar, im Gegenteil.“
Inge behielt diese Worte genau im Gedächtnis und wunderte sich später darüber, so etwas gesagt zu haben. Sie traute ihren Ohren nicht,als sie sich die Zeit nahm, das Gesagte vor sich zu wiederholen. andererseits konnte sie nichts Falsches darin finden. „Du sagtest, dass du den Eindruck gehabt hättest, dass sie einander kannten.“ „Ich bin mir sicher, dass sie sich kannten.“ Und ich werde es Ihnen beweisen.“ Langsam, so schnell wie es ihr möglich war, drehte sich Inge um.
„Du kannst nicht einfach auf sie zeigen. Man zeigt nicht mit nacktem Finger auf angezogene Leute!“ dachte Inge.
Außerdem konnte sie das Gefühl nicht abschütteln, dass ihr Arm viel zu kurz war für eine so weite Geste, selbst wenn sie sie für die Beamten mit eineigen Worten angeschoben oder verstärkt hätte.

Also ging Inge mit ihren kleinen, unsicheren Schritten auf die junge Frau zu. Einen Augenblick lang sah sie ihr unschlüssig ins Gesicht. Sie überlegte, ob sie ihr die Hand geben sollte. Aber sie war zu schüchtern für diese Handgreiflichkeit, wagte es nicht einmal, die Hand leicht auszustrecken. Doch sie brachte wenigstens den Mut auf, sie direkt anzusprechen und ihrem Blick standzuhalten. „Guten Abend, Nina! Herzliches Beileid zum Tod ihrer Mutter!“

Von der jungen Frau kam keine Reaktion. Aber das war Reaktion genug.

© Paula grimm, November 2012

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Herzlich willkommen in der schönen neuen Ebookwelt!

Guten Tag,

mit der Frage, wwie man blind Ebooks nutzen kann, hatte ich mich bereits vor anderthalb Jahren intensiver beschäftigt. Doch damals hatte ich nach wenigen Wochen frustriert aufgegeben. Seiner Zeit kam ich zu dem Ergebnis, dass es wohl viele Ebookformate, Ebookreader und Ebookprogramme für PCs gibt, dass aber keine Möglichkeit blind nutzbar ist. Da ich mich sehr über die schöne neue Ebookwelt, die mir als Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten vorkam, geärgert hatte, erlegte ich mir selbst eine Pause zu diesem Thema auf.

Dass ich vor ungefähr fünf Wochen wieder mit dem Thema Ebooks im Blindflug lesen zu befassen begann, wurde durch den Wunsch beflügelt, dass ich auf meiner neuen Homepage auch Ebookrezensionen schreiben wollte. Schließlich hat der Siegeszug der Ebooks ja gerade erst an Fahrt aufgenommen. Ich erfuhr, dass es das Programm Calibre gibt, dass ein wahrer Tausendsassa ist. Mit diesem Programm, dass es für Applesysteme, für Windows und Portable Geräte gibt, können alle geläufigen Ebookformate wie Kindle, Epub usw. gelesen, verwaltet oder auch konvertiert werden. Das vielseitige Programm kann kostenfrei über die Homepage des Herstellers aber auch bei Portalen wie Computerbild, Chip-online etc. auf das gewünschte Ausgabegerät geladen werden. Aus einem mir immer noch nicht erklärlichen Grund gelang es mir nicht die deutsche Version des Programms auf mein Macbook Air zu laden. Es stellte sich auch heraus, dass das Programm zumindest für vollblinde Nutzer in keiner der drei Versionen ordentlich und sicher bedient werden kann. Zu den sehr geläufigen Ebookformaten gehört Kindle, z. B. Ebooks von Amazon sind mit Ebookreadern mit diesem Format lesbar. Auch das Kinderprogramm ist nicht nur für die entsprechenden Reader verfügbar. Auch für Windows- und Applecomputer kann man es herunter laden. Ich musste feststellen, dass auch dieses Programm im Blindflug nicht bedienbar ist. Was apple betrifft, gibt es Bücher als iBooks. Doch obwohl viele Bücher damit vor allem auf iPad und iPhone auch von blinden und sehbehinderten Lesern gelesen werden können, gibt es hier auch zumindest ein Format, das nur bedingt für Menschen mit Sehschädigungen einsetzbar ist, iAuthor. In diesem Format sind vor allem Bücher mit Tabellen und Bildern angefertigt. Inzwischen habe ich mich von der Vorstellung verabschiedet, anderen Autoren Rezensionen von ihren Ebooks anbieten zu können. Mir sind eben nicht alle geläufigen Ebookformate zugänglich.

Am Freitag habe ich mir jedoch ein Ebookleseprogramm herunter geladen, dass zumindest die beiden geläufigen Formate Epub und PDF zugänglich macht. Adobe Digital Edition ist für Mac und Windows verfügbar. Ebooks in diesen Formaten gibt es beispielsweise auf http://www.kobo.de und auf http://www.beam-ebooks.de. Damit ich erst einmal ausprobieren kann, ob ich mit der Bedienung des Programms zurecht komme, habe ich mir bei Beam-ebooks.de eines der kostenlosen Ebooks im Epubformat herunter geladen. Und ich durfte feststellen, dass ich mit der Navigation im Buch selbst und mit der Verwaltung gut arbeiten kann. Allerdings handelt es sich bei dem Werk um ein Ebook, dass nicht mit dem RMD-Schutz versehen ist. An diesem Schutz scheitern die Sprach- und Vergrößerungsprogramme, die blinde und sehbehinderte Computernutzer verwenden müssen. Doch es hat sich jetzt schon gezeigt, dass Adobe Digital Editions zumindest eine Bereicherung für den Speiseplan im Bereich des Lesefutters ist.Denn das Programm ermöglicht die Lektüre von Ebooks in zwei recht geläufigen Formaten. Darüber hinaus gibt es auch eine größere Auswahl an Ebooks, die ohne RMD-Schutz in Ebookshops verfügbar sind, wenn man sich ordnungsgemäß registriert hat. Von einem uneingeschränkten Zugang und einer freien Auswahl sind blinde und sehbehinderte Computernutzer bezogen auf Ebooks jedoch noch weit entfernt.

Liebe Grüße

Christiane (Texthase Online)

Mein Herz beim Wort genommen

Guten Tag,

in diesem Artikel gibt es einen Prosatext aus dem Jahr 2011. Hier steht, wie es mit der großen Liebe zu Ende ging, bevor sie erlebt werden durfte. Im Artikel darunter, ich höre deine Stimme, ist zu lesen, wie hoffnungsvoll es zuerst anfing.

Liebe Grüße

Paula
Mein Herz beim Wort genommen

Lieber Herzensmann,

als ich endlich ganz fühlte und begriff, dass mir alles, was von dir kommt, zu Herzen geht, und dass ich dich liebe, konnte ich mir kein Herzfassen. Denn wer fasst schon ungestraft in eine offene Wunde. Und es gab damals so viel, was das Herz aufrieb. – Ein Herz fassen? – Wie viele Herzen kann oder muss man sich zu Lebzeiten fassen, um lieben und glücklich sein zu dürfen? – Sind es sieben als die sieben Schritte, die in den siebten Himmel führen? Oder müssen es so viele sein wie die Katze angeblich Leben hat, also neun? Es ist ein gnadenloses Gesetz sich immer wieder ein Herz fassen zu müssen, obwohl man doch nur das eine Herz hat. Und manche erobern die Herzen anderer Menschen im Sturm, ohne sich ein Herz fassen zu müssen. Ich habe dir schon vor Jahren mein Herz geschenkt. Du hast dein Herz ganz einfach und schnell an eine andere verloren, dein Herz auf sie gesetzt. Natürlich ging es für dich einfach und schnell. Schließlich trage ich mein Herz niemals auf der Zunge. Da ist es für alle oder doch für fast alle ein Leichtes offenherzig zu wirken. Und auf die Wirkung kommt es an. Es gibt viele Arten des Herzversagens. Und sich bei Zeiten nicht ein Herz fassen zu können, ist nur eine Variante. Der einzige Trost besteht darin, dass man niemals an allen Varianten des Herzversagens leiden kann. Und das gilt, gleichgültig, wie lange man lebt. Und noch auf eine andere Art versagt mein Herz. Ich kann es mir nicht herausreißen, um dafür zu sorgen, dass du mir nicht mehr am Herzen liegst, und es mir dann wieder einsetzen. Sich jemandem aus dem Kopf zu schlagen ist dagegen eine recht einfache Sache. Es gibt so viele Sätze, die so tun als seien sie ein Trost. Aber sie sind nichts als Allgemeinplätze und Vertröstungen. Dazu gehört die angebliche Erkenntnis, dass noch niemand offiziell an einem gebrochenen Herzen gestorben ist. Schließlich gibt es wohl einen Unterschied zwischen leben und existieren. Und bitte verschone mich mit dem Satz aus dem kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Ich bin inzwischen von ganzem Herzen davon überzeugt, dass man als Mensch schon viel Herzlichkeit gewonnen hat, wenn man nicht aufhört, sein Herz zu spüren, auf den Ruf seines Herzens so genau als möglich zu hören und diesem Ruf so gut man es vermag zu folgen. Was gibt es da noch zu sehen? Aber, was man nicht mehr hat, tut einem auch nicht mehr weh. Daher wünsche ich mir seit dem, ich vergebens mein Herz auf dich gesetzt habe, dass ich mein Herz irgendwie los werden kann, damit ich mein Herz nicht mehr spüren muss, damit ich nicht mehr versuchen muss seinem Klageruf zu folgen. Das wäre der einzige Vorteil davon, herzlos zu sein. Mir tut das Herz so weh, dass ich oft nicht mehr spüren kann, ob mir überhaupt noch ein bisschen Gut- und Großherzigkeit geblieben ist. Aber ich bin noch nicht kaltherzig geworden. Mein Herz schlägt noch zuverlässig. Und das gilt vor allem für dich. Denn dein ist mein ganzes Herz, auch wenn ich dein Herz nicht bei meinem haben darf.

Ganz herzliche Grüße

Paula
© Paula Grimm, Oktober 2011